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Dienstag, 14. Juni 2011

15.6.2011 Vollmond mit totaler Mondfinsternis

 

 15.6.20     22:15 h MESZ  für 9°29’ östl. Länge 51°19’ nördl. Breite
Mit totaler Mondfinsternis – in Deutschland, Griechenland, Südafrika, der Antarktis sichtbar. Bereits bei Mondaufgang ca. 21.30 h in D befindet sich der Mond schon im Kernschatten der Erde.

Sonne 24°23’ Zwillinge – Mond 24°23’ Schütze
Mond Konjunktion Nördl. Mondknoten 23°31’ Schütze
Merkur Konj. Sonne 27°55’ Zwillinge

Das T-Quadrat der kardinalen Klimax zwischen Saturn-Uranus-Pluto ist weiterhin aktiviert, der laufende Merkur aktiviert kurzfristig ein zweites T-Quadrat (18. - 23.6.) und vollendet die Konstellation mit einem Großen Kreuz (20. – 23.6.). Es kommen MERKUR-Schattenthemen auf den Tisch im Zusammenhang mit Kommunikation, Verkehr, Handel, Schulwesen, Bildung, Übermittlung von Wissen und merkurischen Zielgruppen wie Jugendliche, Schüler, Studenten, Lehrende und Lernende, Schlauköpfe, Informatiker, Journalisten, Vermittler, Rhetoriker, Lügner, Betrüger, Trickster und Händler.
  
Saturn verharrt noch auf dem 11. Grad Waage (Professor und Studenten) und wird hier am 13.6. wieder direktläufig. Die Direktläufigkeit von Saturn wird mit Sicherheit persönlich wie auch politisch / mundan zu spüren sein. Nach einer fast fünfmonatigen Phase des Reflektierens, der Überprüfung und notwendigen Selbsteinschätzung bezüglich unserer Pflichten und Aufgaben in der Gemeinschaft – persönlich wie gesellschaftlich – sind jetzt die aus dem Gleichgewicht geratenen Angelegenheiten wieder ins rechte Lot zu bringen, können aufgrund der neu erkannten Verantwortung und Zuständigkeit nun auch ganz konkret umstrukturiert und stabilisiert werden, z.B. durch Gesetze und verbindliche Maßnahmen.

Die Besonderheiten dieses Vollmonds im Zwillinge-Monat Juni

Da ist zunächst die totale Mondfinsternis, die ihre Schatten schon seit Wochen voraus wirft und die Konfrontation mit den eigenen persönlichen bzw. kollektiven Schattenthemen beschert.

Wie beim Neumond-Horoskop vom 1. Juni  (mit part. Sonnenfinsternis) steht auch im aktuellen Vollmond-Horoskop vom 15.6. (mit totaler Mondfinsternis) der Pluto am Aszendent im Zeichen Steinbock (wenigstens für den deutschsprachigen Raum) mit einem MC im Skorpion. Das verheißt weiterhin  eine intensive Krisenzeit mit großem Wandlungspotenzial, wo die Menschheit lernen darf, sich von alten Einstellungen zu lösen und neue Wege im Denken wie im Handeln zu gehen. Plutonische Schattenthemen im Steinbock sind besonders hartnäckig und bedürfen wiederholter beständiger Konfrontation: Macht-Ohnmachts-Erfahrungen, Opfer-Täter-Beziehungen, Kontrollzwänge, Abhängigkeiten und Verstrickungen (sexueller und finanzieller Art), Unterdrückungen, Ängste – all die Gespenster der Vergangenheit (siehe letzter Neumond-Beitrag), die uns von der Erfahrung des freien Flusses der Lebensenergie abhalten.

  Der Zwillinge-Vollmond im Monat Juni (Sonne Zwillinge - Mond Schütze) ist ein Vollmond der Menschheit, denn die luftige, gedankliche Zwillingsenergie fördert die guten Beziehungen untereinander und verhilft bei entsprechender Einsicht zur Einheit jenseits der Dualität. Beim Zwillinge-Vollmond erhält die Menschheit als Ganzes die Chance, sich zu einem höheren Bewusstsein aufzuschwingen, sich von der Fixierung auf die Persönlichkeit im Bereich des Solar Plexus zu lösen (persönlicher Wille, Machtstreben, Kontrolle etc.) und die Energien des höher gelegenen Sprach- und Kehlzentrums zu entfalten, wo das Gleichgewicht zwischen Fühlen und Denken hergestellt wird und das Bewusstsein konstant im Herzen verankert bleibt. Sind Gedanken wie Gefühle rein, wahrhaftig und offen für höhere Einsichten, kann sich der Mensch mit Leichtigkeit auf feinstoffliche Seinsebenen einschwingen.

Die höhere Erkenntnis der Zwillinge-Schütze-Energie dieses Vollmonds liegt in der Synthesemöglichkeit aller scheinbaren Gegensätze, die durch den verbindenden Bogen über den Gegensätzen, den beiden Zwillings-Säulen, angezeigt wird: Brücken schlagen, den unsichtbaren Bogen spannen über alle scheinbaren Gegensätzlichkeiten, entspannt und offen in der eigenen Mitte verweilen, sich empfangsbereit halten für intuitive Wahrnehmungen, um größere SinnZusammenhänge zu erfahren. Ein Mensch, der das Bewusstsein von Integration / Synthese / Einheit der Gegensätze auch lebt, praktiziert und für andere nachvollziehbar verkörpert, kann für viele Menschen Vorbild und Lehrer sein und dürfte bald Nachahmer  gefunden haben.

Die dritte Besonderheit: Dieser Vollmond befindet sich auf 25° Schütze, dem Tierkreisgrad des Entdeckungshoroskops von Uranus am 13.3.1781 um 22.30 h (Bath, England).

Die Sabischen Symbole von Sonne und Mond.

Sonne 24°23’ = 25° Zwillinge
Ein Gärtner beschneidet große Palmen

Ein Bild für die Fähigkeit des Individuums, die zur Ausuferung neigenden Gedanken unter Kontrolle zu bringen, den Expansions- und Wachstumstrieb zu lenken und nach (s)einem Idealbild zurechtzustutzen. Es ist der Prozess, den wir im weitesten Sinne als Kultur und Kultivierung verstehen, die Pflege und Bearbeitung des eigenen oder anvertrauten Gutes. Es ist die gestaltende schöpferische Kraft, mittels derer der Mensch in der Lage ist, den Wachstumstrieb zu lenken und natürlich Wachsendes in eine bestimmte Form zu bringen. Ich denke da an die verschiedenen Formen von Buchsbäumen von kugelig über Wellenformen bis zu dreieckig spitz, die unter der gestaltenden Hand des Gärtners wachsen.
Warum gerade die Palme an dieser Stelle im Tierkreis? Der Intellekt des Menschen ist wie eine tropische Pflanze, wuchert wild in alle Richtungen, strebt nach direktem Kontakt mit den Sonnenstrahlen. Die Palme zeigt den Expansionstrieb in der Superlative: In der Familie der Palmen findet sich das längste Blatt (bis zu 25 m Länge), der größte Same (die Kokosnuss) und der größte Blütenstand (ca. 10 Millionen Blüten pro Blütenstand).

Es geht hier darum, dem wild wachsenden Wissens- und Wachstumsdrang des Intellekts bewusst entgegen zu wirken, ihn zu formen, zu lenken und damit zu verändern. Es geht um die Pflege von Kulturgütern, um Erziehung, um die Weitergabe von Wissen und Bildung für die heranwachsende Jugend. Die alten menschlichen VorBilder für EinBildung und VerBildung werden nicht mehr benötigt. Die ausschließlich mathematische und naturwissenschaftliche Denk- und Erziehungsweise ist nur eine Seite des Ganzen, eben die intellektuelle. Es gibt noch eine andere Seite – die Gnade, das Wunder, den Durchbruch des Unerwarteten und Neuen, die aus der Kraft des Ganzen (des Runden) erwächst.

Für die Anleitung und Bildung der heranwachsenden Generationen werden jetzt eher Seelengärtner gebraucht als von Buchwissen verbildete oder eingebildete Professoren. Siehe auch das Sabische Symbol von Saturn auf 11° Waage, wo der Professor über seine Brille (und sein Buchwissen) hinweg auf seine Studenten sieht, sie von Mensch zu Mensch ansieht und es versteht, sie in allem wirklich anzuleiten - durch sein Vorbild und seine Taten.

Ergänzend hierzu das Symbol für den Merkur-Grad 28° Zwillinge:
„Durch seinen Konkurs erhält ein überlastetes Individuum von der Gesellschaft die Gelegenheit, neu anzufangen“.
Das Thema heißt: BANKROTT – mit Schulden überlastet sein. Nun, eine Gesellschaft, die den rücksichtslosen Wettbewerb verehrt, sollte auch dem Prinzip des Mitgefühls die Möglichkeit zur Äußerung geben. Das ist eben die andere Seite der Münze, der unsichtbare, verbindende Bogen über den scheinbaren Gegensätzen. Wo einer Erfolg hat, muss dafür ein anderer versagen. Reichtum gibt es nur auf Kosten von Armut… etc.

Mond 25° Schütze   
Ein rundlicher Knabe auf seinem Schaukelpferd

Hier  erscheint gleich zweimal der Hinweis auf das Ganze, Runde: das kleine Runde als heranwachsender Knabe, der erst noch zum reifen Mann heranwächst und die gebogenen Hölzer (Kufen) des Schaukelpferdes, die auf einen Abschnitt des Kreises, den Kreisbogen, hindeuten.
In diesem Erfahrungszyklus des feurigen, beweglichen Zeichens Schütze befinden wir uns in einer Zeit des Übergangs, lernen die Notwendigkeit einer Anpassung an neue Lebens-, Denk- und Handlungsweisen, lernen bei aller sozialen Anpassung unsere Integrität zu bewahren und  wachsen durch spielerisches und vorgestelltes Nachahmen. Ein junger, angehender Bogenschütze lernt aus den Erfahrungen der rhythmischen Vor- und Zurück-Bewegung auf seinem Holzpferd. Durch die energetische Erfahrung eines begrenzten Entwicklungs- und Kreisabschnitts (Bogen, Kufen) empfindet er wohl halb-bewusst eine Vorahnung und Vorfreude auf Kräfte im reifen Mannesalter: den Geschlechtsakt, den Aufbruch zu Freiheit und Unabhängigkeit und die schöpferische Kraft des Ganzen.

Der Bogenschütze und das Schießen des Samens

Das Hin und Her und Auf und Ab lässt an den Geschlechtsakt denken. Kescheth, hebr. der Bogen, das 9. Zeichen des Bogenschützen, symbolisiert in der Astrologie der jüdischen Mystik auch das „Schießen des Samens“, weist auf die Fruchtbarkeit, die zur Frucht führen kann. Es ist die dem Schützen innewohnende Hoffnung und Sehnsucht, dass aus diesem Schießen die Frucht (das Kind, das Neue) kommt – als Resultat seines Tuns. Denn es kann und darf nicht sein, dass der Mensch in den Widersprüchen und Dualitäten des Lebens (These-Antithese, Mann-Frau, Licht-Dunkelheit) stecken bleibt. Der BOGEN verbindet auch hier wieder die scheinbaren Gegensätze, überbrückt die Kluft zwischen ihnen. Jeder Bogen verweist auf das Ganze, den Kreis.

Bild: Der unsterbliche Zhang schießt mit einem Bogen auf den göttlichen Hund – auch hier steht der Bogenschütze als Metapher für Fruchtbarkeit und Zeugungsfähigkeit.
 
Das Pferd ist zugleich Dynamis (Lebenskraft) und Vehikel; es trägt einen dahin wie ein Trieb.
Als Symbol stellt das Pferd vor allem die disziplinierte, gezähmte Triebhaftigkeit des Menschen dar, die bereit ist, den Menschen seinen Zielen zuzutragen. Das Pferd gehört zu unserem „Unter-Leib“ und der daraus aufsteigenden Triebwelt. Der rundliche Knabe auf dem Schaukelpferd weiß noch nichts von dieser Triebwelt, vom Hin und Herschwanken der Neigungen, Bedürfnisse, Wünsche und Möglichkeiten. Das Sitzen und Schaukeln auf dem Holzpferd erfordert noch keine Kunst des Zügelns und Lenkens der Triebe. Er fühlt sich von seinem Holzpferd getragen und ähnlich sicher wie im Mutterleib oder in der Wiege. Unbewusst mag beim rhythmischen Schaukeln die Hoffnung mitschwingen, sich eines Tages wirklich aufs Pferd zu setzen und im Galopp die Welt erobern und die Schwere der Erdkraft überwinden zu können.

Wie schön wäe es, wenn diese heranwachsenden Menschen von den wahren VorFormen eines Seelengärtners  angeleitet würden! Wie schön ist ein Lernen aus freien Stücken  - ohne Zwang, ohne Druck, ohne Bewertung durch Systeme und Systemanhänger!

Ein Lichtstrahl reicht schon, um die Finsternis von Jahrtausenden zu vertreiben!

Sundra

Sonntag, 3. April 2011

3.4.2011 Neumond im Widder

Neumond im Widder
3.4.2011 16:33 h für Brilon / Kassel

Das Aspektbild: Die Farbe Rot überwiegt: d.h. gesteigerte Energie und Aktivität, Hochspannung, extrem starke Strahlung / Energien, die gegenseitig Druck erzeugen und deren große Spannung sich entladen muss, wobei eine gefährliche Ladung geballter Energie frei wird, die für alle Lebensformen zerstörerisch werden kann.
Eine geballte Energieladung feuriger, zündender Energie auf der einen Seite (7 Planeten im kardinalen Feuerzeichen Widder) und ein einzelner Planet auf der andern Seite der Waage – Saturn im kardinalen Luftzeichen Waage, beide Pole im sich abschwächenden Spannungsaspekt (Quadrat) zu Pluto im kardinalen Erdezeichen Steinbock.

Die kardinale Impulskraft der Zeichen wird noch verstärkt durch das T-Quadrat, (Leistungsdreiecks), bei dem die durch Druck entstehende Energiespannung (Opposition) sich von beiden Seiten her an dem einen Kraftpunkt an der Dreieckspitze entlädt: dem Pluto. Das heißt weiterhin Transformation, Wandlung, „Stirb und Werde“ und – da das Quadrat von Uranus zu Pluto stärker in die Wirksamkeit kommt – auch weiterhin und sogar zunehmend die Gefahr des Ausbruchs und der Entladung von Leben vernichtender radioaktiver Energie. Primär liegen Handlungen und Entscheidungen in Sachen Atomenergie an, die von Verantwortlichkeit und Realitätssinn zeugen - nicht nur bei den politisch Verantwortlichen. Wir sitzen alle in einem Boot, leben auf einem Planeten - und jeder Mensch trägt tief verborgen eine geballte Ladung Atomenergie in sich, für die er verantwortlich ist, die er zu handhaben und zu beherrschen hat.

Neben den vielen Opfern von Erdbeben und Tsunami und der heranschleichenden Gefahr der langfristigen atomaren Verseuchung unseres Planeten durch den verantwortungslosen Umgang mit der Atomenergie eskalieren Gewalt, Krieg und die harten Kämpfe um Unabhängigkeit, Freiheit und menschenwürdige Lebensbedingungen. Jupiter im Widder verleiht die Kraft, mutig, engagiert für ein Ideal, für persönliche Freiheit und Selbstbestimmung einzutreten, setzt seinen Willen und seine Überzeugungen wenn es sein muss auch mit Gewalt durch, kämpft ohne Rücksicht auf Verluste. Saturn in der Waage dagegen bremst jeden extremen oder blinden Entwicklungsdrang (vor allem bei Hybris und Selbstverherrlichung), prüft alle Impulse auf Tiefe, Notwendigkeit, Ernsthaftigkeit und Reife in Bezug auf Verbindlichkeit, Verantwortung und Gerechtigkeit in Beziehungen. An Saturn als dem Hüter der Schwelle und gerechten Richter kommt jetzt weiterhin keiner vorbei, er symbolisiert den Hüter der Schwelle, das Gesetz von Ursache und Wirkung, die ausgleichende Gerechtigkeit und prüft den Wert, die Tauglichkeit und den verantwortungsvollen Umgang mit materiellen und geistigen Werten und Energien.

Die Opposition von Jupiter-Saturn führt uns zu der Erkenntnis: Es gibt keine Freiheit ohne Verantwortlichkeit! Viele fürchten sich vor der Freiheit und dem Weg der indivuellen Selbstbestimmung und Verwirklichung: Sie haben Angst vor der Verantwortung. Freiheit bedeutet nicht, dass wir tun und lassen können, was wir gerade möchten. Sie besteht vielmehr darin, dass wir entsprechend der Situation das Rechte tun, und zwar im Einklang mit den Regeln des „großen Spiels“. Freiheit, Spontaneität, freie Entfaltung auf der einen Seite (Jupiter im Widder) – Notwendigkeit, Verantwortlichkeit, Gesetzmäßigkeit auf der anderen Seite (Saturn in der Waage). Wo selbstsüchtige Motive und Absichten das Handeln beherrschen oder beherrscht haben, greift das Gesetz von Ursache und Wirkung (Karma). Wer gegen die Harmoniegesetze und gegen die ihm bestimmte Schicksalsform seine eigenen Vorstellungen (vom Leben, von einer Ordnung, von Arbeit, Gesundheit, Energieeinsatz etc.) durchsetzt – als Einzelner wie auch als Gruppe und Kollektiv – muss in nächster Zeit (Uranus-Pluto-Quadrat) mit dem Zusammenbruch dieses Vorstellungsgebäudes, der vorstellten Welt- oder Gesellschaftsordnung und der damit zusammenhängenden Zukunftspläne rechnen.

Der NEUMOND befindet sich auf 14° im Widder. Das Sabische Symbol für diesen Tierkreisgrad:

Sonne und Mond 14° Widder:
Eine Schlange windet sich in der Nähe eines Mannes und einer Frau.


Die erste Widder-Hälfte (1° - 15° Widder) ist gekennzeichnet von Verlangen, dem Drang, in Erscheinung zu treten, Bewusstsein aufzubauen in der Welt der Dualität, bipolare Beziehungen einzugehen, ein objektives Denken zu entwickeln, sich zu schützen, Lebenserfahrungen zu sammeln, sich als Teil eines größeren Ganzen / einer größeren Ordnung zu empfinden und darin aufzugehen.
In den Graden 11° - 15° Widder äußert sich das Verlangen auf der individuell-mentalen und spirituellen Ebene. Hier die Sabischen Symbole dazu.

11° Widder „Der Herrscher eines Volkes“ - Verlangen nach irdischer, gesellschaftlicher Ordnung und Integration.
12° Widder „Wildgänse fliegen in Dreiecks-Formation“ - im Kontrast dazu das Verlangen nach universaler Ordnung.
13° Widder „Eine nicht explodierte Bombe enthüllt erfolglosen sozialen Protest“ - ein gescheiterter Versuch, den Konflikt zwischen zwei Ordnungsvorstellungen / Idealen zu lösen, unreifer Ausdruck eines Bewusstseins, das nur wild reagieren kann auf Zwang und eine zentrale Herrschergewalt.
14° Widder „Eine Schlange windet sich in der Nähe eines Mannes und einer Frau“ – das Verlangen beider Seiten (Mann + Frau), eine wirkliche Beziehung anzunehmen und einzugehen… der Drang des nach Selbsterkenntnis und Individualisierung dürstenden Bewusstseins, sich aktiv am Evolutionsprozess zu beteiligen, sich die Kraft der Schlange zu nutze zu machen.
15° Widder „Ein Indianer webt eine rituelle Decke“ – Verlangen nach einem Leben in vollkommener Harmonie mit den göttlichen Gesetzen und die Möglichkeit der Erfüllung des Verlangens: dem Weben des unsterblichen Lichtgewandes, des unsterblichen Körpers.

Es wird uns mit diesem Neumond-Thema der Hinweis auf ein Geschenk gegeben, das jeder Mensch in sich entdecken, auspacken und zur Entfaltung bringen kann, das Geschenk der Schlangenkraft, in Indien und bei den Yogis bekannt als Kundalini (sanskrit „die Zusammengerollte, Spiralförmige“) oder einfach Shakti (Kraft). Diese Schlangenkraft ist das schöpferische Potenzial in jedem Menschen, Geschlechtskraft, Kraft der Entwicklung, die sich als Mutter Natur (Maya, Weltenmutter) offenbart und manifestiert als Geist – Leben – Materie.

Die kreative göttliche Kraft (kundalini-shakti) verbirgt sich als Geschlechtskraft im Körper jeden Mannes und jeder Frau am unteren Ende der Wirbelsäule, sie liegt dort eingerollt, schlafend, inaktiv – bis sie „geweckt“ und aktiviert wird, worauf sie sich spiralig um die die sechs feinstofflichen Energiezentren (Chakren) am mittleren Stab der Wirbelsäule höher windet, bis sie sich im obersten siebten Zentrum über dem Scheitel, dem Sitz Shivas, mit dem transzendenten Träger der Kraft vereint und ihre volle, spirituelle Kraft und strahlende Herrlichkeit entfaltet.

Solange diese Kraft im Menschen nicht aktiviert und bewusst genutzt wird, bleibt der Mensch im Kreislauf von Geburt und Tod (Samsara) gefangen. Die Geschlechtskraft wird in ihrer grob-materiellen Form (als Samenflüssigkeit) lediglich zur Vermehrung und zur Befriedigung sexuellen Begehrens genutzt. Macht der Mensch sich die schöpferische Lebenskraft jedoch als ätherischen Urstoff in ihrer ursprünglichen subtilen Energieform zunutze, lernt sie zu beherrschen, zu aktivieren und zurückzuziehen, hat er ungehinderten Zugang zur Quelle des geistigen Lebens und ist sich seines Lichtkörpers, seines unsterblichen Leibes bewusst (siehe Symbol 15° Widder).



Gedanken zur Symbolik der Schlange

Das Bild der sich windenden Schlange um die polare Beziehung von Mann und Frau erinnert Menschen unserer Kultur und Prägung an den „Sündenfall“ der Schöpfungsgeschichte und damit verbundene Begriffe, die uns alle geprägt haben, wie:

Sünde, Fluch, Verwünschung, Verführung, Schuld (Schuldzuweisung vom Mann auf die Frau, von der Frau auf die Schlange, den Satan…), Scham, Entfremdung von Gott, Furcht vor dem Schöpfer und Verstecken vor dem Schöpfer, Unterwerfung (die Frau sei dem Manne untertan) und Herrschaft (der Mann herrsche über die Frau), Beginn des Kreislaufs von schmerzhafter Geburt und Tod, Vertreibung aus dem Paradiesgarten, Feindschaft mit der Schlange (= Satan, der Verführer und Versucher), verfluchter Erdboden, im Schweiße seines Angesichts sein Brot verdienen.

Das Bild der Schlange ist in unserer Kultur extrem negativ geprägt, während in anderen alten Kulturen die Schlange geachtet und verehrt wird (z.B. von den Ophiten) als Abbild des Kosmos, der Weltenmutter und Weltzyklen, als Göttin der Weisheit, Kraft der Verwandlung und Magie, als Gott der Heilung und Auferstehung (Serapis). Sie ruht in verschiedenen Schöpfungsmythen als Weltenschlange auf dem Grund des Ozeans und ist in ihrer ursprünglichen Eigenschaft ein Symbol der kosmischen Energie für den Schöpfungsakt, ist zugleich Schöpfungswesen und Kulturbringer. Siebenmal umschlang die Schlange Ophion das von Eurynome gelegte Orphische Ei und brütete so die Welt aus.

Aufgrund ihrer Fähigkeit zur Häutung wird sie mit ewigem Leben, ständiger Erneuerungs- und Heilkraft und den periodisch wiederkehrenden Weltzeitaltern (Äonen) in Verbindung gebracht. Die Schlange, die sich in den Schwanz beißt (Uroboros oder Midgard-Schlange) formt auf diese Art einen Weltkreis, symbolisiert Anfang und Ende, den Kreislauf des Lebendigen. Dann gibt es die hermetische oder gnostische Schlange, die das Weltenei umschließt… Auch von der Kundalini-Schlange heißt es, dass sie ihren Schwanz in das Maul nehme. Schlangen wurden schon von den Urmenschen wegen ihrer magischen Kräfte verehrt. Schlangen wohnen in unteririschen Regionen oder Höhlen und bewachen Schätze… Das Tierkreiszeichen Skorpion wurde früher als „Schlange und Adler“ dargestellt.

In vielen gnostischen Traditionen wurde Christus mit der Schlange gleichgesetzt. In der Pistis Sophia (gnostische Schrift) war Jesus die Schlange, die „vom Baum des Wissens und vom Baum des Lebens, welche in Adams Paradies waren“ zu Eva sprach. Im Gnostizismus ist die Symbolzahl von Christus 888 und symbolisiert das transpersonale Leben („Nicht ich lebe, sondern Christus lebt mich“). Auch im Hebräischen haben die Schlange (Nachasch) und der Gesalbte (Maschiach) denselben Zahlenwert: 358. In die Mysterien Eingeweihte (Initiierte) werden „Schlangen“ genannt. Es gibt die Schlangengötter, die Nagas oder den Aztekengott Quetzalcóatl („gefiederte Schlange“), die „feurigen Schlangen“ der Seraphim, die „Regenbogenschlange“ bei den Aborigines…

So wird uns mit dem Bild dieses Neumonds eine Technik empfohlen für den bewussten Weg der Individualisierung, Selbsterkenntnis und Selbstverwirklichung - ein Weg, das innere Feuer und die innere Weisheit in unserem Körper anzufachen, die schlafende göttliche Lebenskraft zu wecken und damit unsere Energiezentren in eine höhere Schwingung zu versetzen. Es ist ein Weg, mit der derzeitigen starken Energiespannung in uns und der Welt schöpferisch kreativ umzugehen. Für die Erweckung der Kundalini und ihren Aufstieg durch die Kraftzentren unseres Körpers sind alle Planetenherrscher von Widder zuständig: Mars, Merkur und Uranus.
Der Prozess des YOGA ist eine Methode und Technik der Involution (Einwickeln, Zurückrollen, Einhüllen), die Rückkehr in den ursprünglichen Zustand, auch als Einschmelzung oder Auflösung (laya) bekannt. Und so ist die Methode des YOGA oder der EINSCHMELZUNG unter der Anleitung erfahrener Lehrer eine kreative Möglichkeit und Alternative zur Leben vernichtenden KERNSCHMELZE.
Dieser Widder-Samen oder Impuls elektrischen Geistfeuers enthält den Keim des gesamten kommenden Zyklus und braucht in der heiligen Aussaatzeit von Neumond bis Vollmond einen geeigneten Boden, ein offenes Herz und einen empfangsbereiten Geist – Widder regiert den oberen Teil des Kopfes.

Bildnachweis
Bild Oben: Die Hüter des Wortes (Eitempera)
Bild Mitte: Kundalini (Eitempera)
Bild unten: Merkurstab mit Uroboros (Eitempera)
© Sundra Kanigowski
Bild des Monats vom "Kreis des Guten Willens"

Inspiriert von folgenden Quellen:
Dane Rudhyar: Astrologischer Tierkreis und Bewusstsein, Hugendubel Verlag, München, 1984
Astrologische Psychologie "Aspektbild-Astrologie", Bruno & Louise Huber, Michael Alexander Huber, API-Verlag, Adliswil/Zürich
Arthur Avalon „Die Schlangenkraft“, Die Entfaltung schöpferischer Kräfte im Menschen, O.W. Barth Verlag, 1994
Wolfgang Schultz „Dokumente der Gnosis“, Bechtermünz Verlag,2000
Koptisch-Gnostische Schriften 1. Band: „Die Pisitis Sophia“, herausgegeben von Lic. Dr. Carl Schmidt, Hinrichs’sche Buchhandlung, Leipzig 1905
Lama Anagarika Govinda „Buddhistische Reflexionen“, O.W. Barth-Verlag, 1983
Lama Anagarika Govinda „Schöpferische Meditation und Multidimensionales Bewusstsein“, Aurum Verlag, Freiburg, 1988
Der Mond-Bote zum Widder-Vollmond, Kreis des Guten Willens

Sonntag, 19. Dezember 2010

21.12.2010 Vollmond mit Mondfinsternis

Vollmond am 21.12.2010 um 9:14 h MEZ für Kassel



Welch eine gewaltige Energieballung am Punkt des Übergangs von den veränderlichen zu den kardinalen Zeichen! Alpha & Omega gleichzeitig. Eine Zeit der Erfüllung, des Abschlusses und Neuanfangs, der Überprüfung der Konten, der Soll- und Habenseite – einige mögen es Dharma und Karma nennen.

Mehrere Faktoren kommen zusammen und sorgen für einen kräftigen Energieschub: Vollmond & totale Mondfinsternis & Wintersonnenwende & Stellium am Nordknoten am Punkt der Kardinalen Klimax-Konstellation (Anfang der kardinalen Zeichen). Für unsere Breiten (Mitteleuropa) kommt ein Steinbock-Aszendent hinzu. Merkur ist seit dem 10. Dezember rückläufig und bleibt es exakt bis zum Jahresende.

Die totale Mondfinsternis vom 21. Dezember 2010 gehört zum Saros-Zyklus Nr. 125, der am 17. Juni 1704 begann (Großer Nordischer Krieg in Nord-, Mittel- und Osteuropa, Französische Revolution, Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg). Die letzte Finsternis aus diesem Zyklus war am 9.12.1992 und die nächste wird am 19.3.2155 sein. Die Finsternisse aus den Saros-Zyklen erscheinen immer im Abstand von ca. 18 Jahren (Mondknoten-Zyklus).

Die veränderlichen Zeichen (Zwillinge, Jungfrau, Schütze, Fische) stehen in Beziehung zur Formwelt, zur Persönlichkeit des Menschen und zur Intelligenz der Materie. Die kardinalen Zeichen (Widder, Krebs, Waage, Steinbock) beziehen sich auf geistiges Bewusstsein und schöpferische Willenskraft.

SONNE und MOND befinden sich auf dem letzten Grad von Schütze und Zwillinge im T-Quadrat zu Jupiter/Uranus am Ende der Fische und spiegeln diesen Konflikt zwischen Formnatur (Mond) und Bewusstsein (Sonne), zwischen Intellekt (Zwillinge) und Intuition (Schütze) oder Wissen und Glauben.

Der reifen Schütze-Energie geht um höhere (geistige) Bildung, höheres Streben, Erweiterung des Bewusstseins, um neue umfassende Einsichten, Toleranz, Weitsicht und ein sinnerfülltes Leben. Die Schwächen des Zeichens sind geistige Überheblichkeit, Fanatismus in Glaubensangelegenheiten, Bekehrungswahn und Selbstüberschätzung.

Die entwickelte ZWILLINGS-Energie ist offen, lern- und wissbegierig, fähig zur Aufnahme, Sammlung und Weitergabe von kollektivem Wissen und Werten, fähig zur Erkenntnis, Unterscheidung, Interpretation und Assoziation. Die Neutralität dieses Luftzeichens ermöglicht eine wertfreie Annahme der unterschiedlichsten Standpunkte. Die Schwäche liegt im Theoretisieren, im Hängen bleiben an der Oberfläche, Überbewerten von Einzelheiten und einem ständigen Wechseln des Standpunkts. Es fehlt an Tiefgründigkeit und persönlichen Erfahrungen.

Es folgt nun eine Betrachtung der einzelnen Tierkreisgrade nach den Sabischen Symbolen.

MOND 30° ZWILLINGE
Eine Parade von Badeschönheiten vor großem Strandpublikum.
Schlüssel: Die Bildung sozialer Standards durch persönliche Leistung und Wettbewerb.



Mit diesem Bild endet in unserem Erfahrungsraum des natürlichen Jahres der Frühling, denn bei einer Sonnenstellung von 1° Krebs ist die Sommersonnenwende erreicht, ein Punkt des radikalen Wechsels der Zugehörigkeit ohne Rückkehr. Die Stunde der Entscheidung/ Bekenntnis/ Bestimmung des eigenen Standorts steht an – in Übereinstimmung mit dem eigenen Dharma. Dane Rudhyar schreibt hierzu: „Die VORSTELLUNG, die Show ist vorbei.“
Ich denke bei diesem Grad an den schönen Schein, von dem wir uns so gerne blenden lassen: die verschiedenen Statussymbole unserer Gesellschaft und Kulturen, vom Autokult, Badekult, Körperkult (Bräunungsstudios, Fitnesswahn), Urlaubskult zu den von uns gemachten und hoch gepäppelten Schönheitsidealen, Luxusgütern und oberflächlichen Werten. Hinzu kommen die von der Gesellschaft verliehenen Belohnungen für die Erfüllung der kollektiven Maßstäbe an Personen, die diese Standard-Ideale, Statussymbole und kulturellen Werte repräsentieren – in Form von Ruhm, Prestige, Geld und Titel. Die Medienindustrie hält dem Esel tagtäglich diese Statussymbole, Ideale und Werte als Karotte vor die Nase. Die Masse eifert diesen Idealen nach, will sie manifestiert sehen, erbringt große Leistungen und hofft auf die gesellschaftliche Anerkennung, Bewunderung und Belohnung, sei es auch nur im Guinness-Buch der Rekorde.
Die ZWILLINGE-Phase der Äußerung und Veräußerlichung ist hier abgeschlossen und hat ihre Erfüllung gefunden. Der Mensch möchte vielleicht in seiner Entwicklung hier stehen bleiben und sich Zeit nehmen für den Genuss der Statussymbole und sozialen Standards, doch seine evolutionären Kräfte lassen dies JETZT nicht zu. Eine NeuOrientierung und neue Ausrichtung seiner Gedanken und Energien liegt an. Was ist sein Zuhause, seine Grundlage, zu der er sich bekennt?

SONNE 30° SCHÜTZE
Der Papst segnet die Gläubigen.
Schlüssel: Das Bedürfnis, traditionellen Werten die Ehre zu erweisen, auf denen die unsichtbare Gemeinschaft des Geistes aufbaut.


Gegenüber im Zeichen Schütze endet in der Natur der Herbst, bei 1° Steinbock ist die Wintersonnenwende erreicht, ein Punkt der radikalen Umkehr, Entscheidung und Machtübernahme.

Die SCHÜTZE-Phase findet in gesellschaftlichen Kulturen und Zivilisationen ihre Erfüllung in der Verkörperung eines geistigen Oberhaupts über eine geistige Gemeinschaft. Ein Kollektiv gläubiger Menschen überträgt sein spirituelles Wertgefühl auf eine Person, die ihre Ideale verkörpert und als „Stellvertreter Gottes“ angebetet wird. Jeder Mensch mit einer Besetzung dieses Tierkreisgrads durch einen Planeten mag sich fragen, ob er bereit sei, ein überpersönliches Leben als Symbol oder Archetyp zu leben. Doch diese Rolle kann ebenso ein Segen wie ein Fluch sein.

Das Symbol dürfte sich auch auf die traditionelle Stellung und die mehr oder weniger mächtige Position diverser weltlicher Kircheninstitutionen und ihrer Repräsentanten beziehen. Wir dürfen die Grundschwingung der Kardinalen Klimax-Konstellation nicht aus den Augen verlieren,
einerseits das Gerangel um den Fortbestand der alten traditionellen Werte und Ideale (Beispiel Glaubenskriege), die auch in der Zukunft den Menschen noch zu Höchstleistungen antreiben sollen, und andererseits den stetig wachsenden Werte- und Bewusstseinswandel – symbolisiert durch den PLUTO am Nordknoten im kardinalen Erdezeichen Steinbock, gerade aktiviert durch den transitierenden Merkur und Mars.
Die Stühle, Sessel und Throne der Inhaber der alten Macht – der spirituellen wie der weltlichen - beginnen zu wackeln, das Volk (MOND am Südknoten) spielt nicht mehr mit, hat genug vom politischen, kirchlichen und kulturellen Theater, den Vorstellungen, Versprechungen, Moralpredigten, Gesetzen und Vorschriften. Öffentliche Machthaber, die ihre Macht und Stellung für persönliche Ziele und Zwecke missbrauchen, werden für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen (Beispiel Erich Honecker, dessen Pluto auf 30° in den Zwillingen stand, dessen SHOW auch nicht weiterging).

JUPITER, der am 22. Januar 2011 endgültig in den Widder eintritt, läuft durch die letzten Grade des veränderlichen Fische-Zeichens, schenkt uns Mut und Zuversicht, und mit neuen Vorhaben auf den Weg zu machen, nachdem wir uns von alten Glaubenssätzen, Lebensmustern und Lebensweisen verabschiedet haben. Die Spannung zwischen den beiden Erfahrungen oder Phasen kurz vor den Sonnenwenden (siehe 30° Zwillinge – 30° Schütze), die zu einer Entscheidung zwingen, findet ihre Lösung in der JU/UR Konjunktion.
Bild: Sternenreise (C) Sundra Kanigowski

JUPITER 26° Fische:
Während sie die sehr schmale Mondsichel beobachten, die beim Sonnenuntergang erscheint, erkennen verschiedene Menschen, dass die Zeit gekommen ist, sich mit ihren unterschiedlichen Vorhaben aufzumachen.


Die sehr schmale Mondsichel, die bei Sonnenuntergang im Westen erscheint, ist das erste Zeichen des jungen Mondes (Neumonds). Jupiterkraft – die Fähigkeit zur Expansion, Vision (Ex-Pan-Vision!) und Erforschung neuer Dimensionen – steht auf diesem Grad der Mondfinsternis und des Horoskops der Wintersonnenwende für einen kosmisch-spirituellen Grundimpuls, der alle Menschen dieses Planeten mit der Botschaft erreicht „Mach dich auf den Weg – Es ist an der Zeit!“
Das I GING weist in diesem Zusammenhang auf das Hexagramms 49 GO, die Umwälzung hin: „Am eigenen Tag, da findest du Glauben.“ Es wird empfohlen, die Zeiten (Zeitrechnung) zu ordnen und zu klären, sich auf die erkennbaren Zeiterfordernisse einzustellen und so Herr über den Wechsel der Natur zu werden.
Der Übergang von Fische zu Widder heißt hier Abschied nehmen von lieb gewonnenen EinBildungen, Gefühlen, VorStellungen und Träumen, wenn diese keine konkrete Bedeutung und Berechtigung für unser weiteres Leben haben. In unserem individuellen Leben führt diese Zeit der BeReinigung und LosLösung zu einer Befreiung von lange brachliegenden oder angestauten passiven Kräften, zu einer fruchtbaren Aktivität unter neuen Gesichtspunkten und veränderten klareren Perspektiven.

Der Impuls des „Sich auf den Weg Machens“ kann von innen kommen oder durch andere Menschen. Mutig und stark dürfen wir jetzt die Dinge unseres Lebens neu ordnen, nach Gewicht und Bedeutung. Was ohne Bedeutung ist, zerfällt von selbst, das Wertvolle zeigt sich von einer neuen Seite. Lediglich die physische Realität zu verändern, bewirkt allerdings nichts. Zuerst müssen die zugrunde liegenden alten Haltungen, Einstellungen und Vorstellungen erkannt und geändert werden, die zu den alten, unerträglich gewordenen Zuständen und Bedingungen geführt haben. Die neu gewonnene EINSICHT wird dann ganz von selbst die Grundlage zu einer neuen Wirklichkeit schaffen.

Zum Abschied und Neuanfang möchte ich euch diese Zeilen mit auf den Weg geben, aus Hermann Hesses Gedicht „Stufen“:

…
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns engen,
Er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
…

Brilon, 20. Dez. 2010
Sundra