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Donnerstag, 3. Dezember 2015

Isis und ihre Symbolik in den Tarotkarten



Entsprechung von Sterben und Einweihung

 „Ich bin Isis, alles, was gewesen ist,
und alles, was ist und sein wird;
meinen Schleier hat keiner der Sterblichen je gehoben …“

Plutarch, Schriftsteller und Philosoph der Antike,  schreibt:

"Im Sterben widerfährt der Seele dasselbe wie denen, welche in die großen Weihen eingeführt werden, weshalb auch das Wort von der Tatsache des Sterbens (teleustan) dem Wort des Eingeweihtwerdens (teleistai) entspricht."

Das heißt, der Tod ist ein essenzieller Moment und die Werte und Erfahrungen von “Tod“ und „Initiation“ (Einweihung) sind austauschbar. Initiation ist im Normalfall vom Individuum  frei wählbar. Doch der Tod ist das unvermeidbare Ende eines individuellen Zyklus. Im Extremfall ist der Tod sogar das Medium, das dem Einzelnen die Erfahrung des Übergangs in andere Dimensionen ermöglicht.

Der NEUMOND vom 11.11. hat auf sehr intensive Weise die unbewussten Wünsche des Menschen in dieser Zeit enthüllt. Als dunkler Mond offenbart er mit aller Macht das noch ungeborene und archetypische Potenzial des Neuen Menschen, was im Mythos und auch in dem auseinander gefächerten Lebensspiel des Tarot als Geburt des (Isis-)Sohnes Horus bezeichnet wird.

Was kann es bedeuten, wenn der Name der uralten ägyptischen Muttergöttin (Isis) plötzlich im 21. Jahrhundert wieder auftaucht – als Name einer islamischen Terrorormiliz, die im Namen Gottes Menschen tötet? Alle organisierten Religionen und alle nationalen Staatenbündnisse halten die Spaltung des gemeinsamen Ursprungs aller Menschen aufrecht durch ihr Beharren auf „mein und dein“ (klick!) – meine Religion gegen deine Religion, mein Glaube gegen deinen Glauben, mein Gott und dein Gott… unser Land und euer Land, unsere Kultur und die der anderen. Das ist der Zustand dieser Welt, der Menschheit und jedes einzelnen Menschen. Jeder erforsche sich selbst, inwieweit er sich der Tatsache einer geistigen Verbundenheit und Wesensgleichheit, eines gemeinsamen Ursprungs bewusst ist und jeden Menschen als Bruder und Schwester einer gemeinsamen kosmischen Mutter anerkennt.

Von dieser Zersplitterung ist im ägyptischen Mythos von Isis und Osiris die Rede, wenn OSIRIS, der das Ganze repräsentiert (die Einheit des Geistes), vom Widersacher SETH zerstückelt wird, der seine Teile über die ganze Welt verstreut. Nur ISIS, die trauernde Witwe und ursprüngliche Muttergöttin, ist aufgrund ihrer Liebe und ihrer magischen Fähigkeiten in der Lage, die Teile wieder zusammenzufügen und auf den einen heiligen Weg zum Ursprung zurückzuführen.

Schauen wir einmal hinter den Vorhang der Isis, der das Sichtbare vom Unsichtbaren, das Äußere vom Inneren trennt. Doch wo Trennung ist, ist auch Verbindung. – Wer will nicht hinter den Vorhang schauen, wenn es denn schon einen gibt?

Der Archetyp des Weiblichen wird von uns im Zusammenhang mit der Mutter, dem Mond und der Nacht, dem Meer und der Erde gesehen. Das Weibliche gebiert das Leben und nimmt es wieder auf in seinen mütterlichen Schoß. Die Vorgänge im mütterlichen Schoß entsprechen unseren inneren Erfahrungen, unseren verborgenen Wünschen, Träumen und Ahnungen. Wir
ahnen, dass sich tief in uns in der Dunkelheit des Unbewussten ein Leben im Verborgenen abspielt. Manche wollen es ergründen, andere fürchten sich davor, ignorieren und verdrängen es. 

Das Weibliche im Tarot

Die Frau, die einen Vorhang zu einem heiligen Pfad aufzieht (Symbol 20° Skorpion), stellt über ihre Funktion (Öffnen, Enthüllen, Zusammenfügen) eine Verbindung zur ägyptischen Muttergöttin Isis in ihrer Rolle als Priesterin des inneren Tempels her. Wir kennen sie aus dem zweiundzwanzigstufigen Tarot, wo sie als Hohepriesterin (II) mit einem Buch oder einer Schriftrolle vor dem Vorhang zwischen den Säulen der Polarität sitzt. Auf dieser zweiten Bewusstseinsstufe wird der Mensch zum Suchenden nach der Heiligen Lehre und dem Heiligen Pfad.

Karte III zeigt sie als Große Mutter, Herrscherin oder Kaiserin ohne Schleier. Die zwei Welten Geist und Stoff sind in ihr vereint. Darum erscheint sie sowohl als Sternengöttin als auch als Erdgöttin. Sie hat die Macht, die beiden Welten zu trennen und zu verbinden. Es hängt von ihr und ihren Gesetzen (siehe Karte VIII Maat) ab, ob ein Geist sich in dieser Welt verkörpert oder ob ein verkörperter Geist sich wieder von der materiellen Welt ablöst und für diese Welt „stirbt“. Sie erscheint im Bild der Isis-Hathor, als Dementer und Kore, als geflügelte Jungfrau und Stella Maris. Auf der dritten Bewusstseinsstufe erforscht der Suchende die Geheimnisse der Natur und entdeckt die Einheit von Körper-Seele-Geist.

Auf der achten Bewusstseinsstufe zeigt sich der Archetyp des Weiblichen im Bild der Schicksalsgöttin (VIII) und des karmischen Ausgleichs, auch Göttin der Gerechtigkeit und ägyptische Maat mit dem Schwert in der Hand. Der Mensch ist aufgefordert, in seinem Inneren eine endgültige Ordnung zu schaffen, die aus dem Unbewussten aufsteigenden Inhalte zu ordnen und zu analysieren, das Unrechte vom Rechten zu trennen, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden sowie einen Ausgleich für seine schmerzhaften Erinnerungen zu schaffen. Er wendet sich seinen eigenen Fehlern zu und erkennt, dass es für jede Handlung eine gleiche und entsprechende Reaktion gibt (karmisches Gesetz von Ursache-Wirkung).

Nach dem Erreichen eines objektiven Bewusstseins (VIII), der stillen, doch intensiven Arbeit an sich selbst (IX) und  dem Kampf mit den Schicksalsmächten (X) erfährt der Mensch die Kraft des Weiblichen als innere geistige Stärke (XI). Er wandelt seine niedere, triebhafte Natur, die mächtige Kraft des Körpers und der beiden sexuellen Ströme durch liebevolle Annahme – nicht durch Gewalt, wie es die unerlöste männliche Kraft gewohnt ist zu tun. Sieger ist die schöne Frau, die den Löwen besiegt hat. Sie steht für die LIEBE. Die Liebe im Menschen ist nun zur größten Kraft der Welt gewachsen. Sie ist das Leben, die schöpferische Lebenskraft (Kundalini) und die Kraft des Seins. Liebe ist ab jetzt der innere Drang nach Einheit.

Ab dieser Stufe ist alles anders. Der Tod (XIII) zerstört alle Scheinwelten und Schein-Ichs, erschüttert das alte Weltbild und befreit die Seele. Der Zusammenbruch des Alten ist die notwendige Bedingung für den Durchbruch des Neuen, Ursprünglichen.

Die alchemistische, verschmelzende Kraft der Liebe beginnt zu wirken, zeigt sich im Bild eines androgynen Wesens oder Engels der Mäßigkeit (XIV), der die beiden kosmischen Hauptströme männlicher und weiblicher Energie mischt bzw. – was noch wesentlich schwieriger ist – im Zustand einer ständigen Ausgewogenheit hält. Auf dieser vierzehnten Stufe ist der Mensch in der Lage, die beiden schöpferischen Kräfte nach seinem Willen zu lenken und damit große Transformationen in sich selbst hervorzurufen. Körperkräfte können in geistige Kräfte umgewandelt und höhere Bewusstseinsstufen erreicht werden.

Im nächsten Bild der Sterne (XVII) wird Isis zur Quelle der Lebenswasser für alle Seelen. Wieder ist sie die Himmels- und Sternenkönigin, die die kosmischen Lebensströme, die universelle Liebe, auf die Erde leitet – diesmal ist sie nackt, ein reines, göttliches Urbild (Archetyp), und völlig offen. Die himmlischen Qualitäten der Seele sind voll erblüht und entfaltet. Alle unbewussten Inhalte sind bewusst und geklärt. Die Göttin verbirgt nichts. Sie ist ein Urbild der reinen und strahlenden menschlichen Seele, die mit dem Kosmos verbunden ist. Nach dem Zusammenbruch, dem Tod seiner Persönlichkeit und dem Wegnehmen aller Schleier, ist vom Menschen nichts anderes mehr übrig, als das, was er in der absoluten Wirklichkeit ist, ER SELBST – lebendiger Geist. Auf dieser Stufe besitzt er zwar noch nicht die beiden kosmischen Lebensströme, doch er kann sie beherrschen und lenken. Seine Erfahrungen des langen Weges und seine gesammelten Weisheitsschätze gibt er nun andere weiter, spendet positiv-männliche Kraft, wie Mut, Begeisterung und geistige Anstöße, und schenkt negativ-weibliche Kraft in Form von Trost, Verständnis und Liebe.

Isis als große Einweiherin an der Schwelle

Karte XVIII, der Mond zeigt den endgültigen Übergang über die Schwelle, den Zustand zwischen Tod und Geburt ins geistige Leben. Das hier im Bild Dargestellte entspricht einer Schwellenerfahrung und einem Bewusstseinswandel. Der Durchgang zwischen den hohen Zwillingstürmen (Säulen von Karte II) ist sehr eng (das „Nadelöhr“) und wird von den tierischen Hütern der Schwelle bewacht. Der Mensch ist bereit, endgültig mit seinem Leben in der äußeren Welt abzuschließen. Wünsche und Neigungen werden abgelegt und überwunden. Jegliche Art von Anhaftung und Besitz muss zurückbleiben. Umso lauter begehren noch einmal Ängste und Triebe auf, vor allem der Trieb der Selbsterhaltung und Arterhaltung, Wolf und Hund. Bilder von geliebten Menschen tauchen auf, wollen den Menschen auf dieser Einweihungsstufe bei der persönlichen Liebe packen…

Viele gehen den Illusionen und Trugbildern in die Falle. An dieser Schwelle, wo sie die Möglichkeit haben, in ihrem irdischen, lebendigen Körper ins geistige Leben hinüberzutreten, packt sie blanke Todesangst, jetzt wirklich sterben zu müssen und sie klammern sich verzweifelt an die materielle Welt der Erscheinungen, fallen wieder tief zurück ins materielle Bewusstsein. Für sie ist die Konfrontation mit ihren Urängsten das Stadium einer großen Prüfung. Durch wiederholte Stirb-und-werde-Erfahrungen werden sie lernen müssen, den Tod zu verachten. Notwendig für sie wird der Weg zurück aus der äußeren Scheinwirklichkeit in ihr inneres Selbst (den Teich mit dem großen Krebs): Sie ziehen sich in sich selbst zurück und haben die Chance, ihre seelischen Inhalte und ihr ganzes irdisches Leben zu bearbeiten, zu verdauen und dann eines Tages hinter sich zu lassen.

Der Mensch, der bis hierhin keine der Bewusstseinsstufen ausgelassen hat, weiß, dass es keinen Tod und keine Trennung von Diesseits und Jenseits gibt, sondern nur e i n  Leben, das unsterblich und ewig ist. Wie der strahlende Mond steht dieser Mensch (als reine Seele) hoch über der irdischen Landschaft, über den heulenden Trieben und Ängsten, die ihn nicht mehr beißen können, und über seinem alten persönlichen Leben.
Er befindet sich in einem Zustand, da Geburt und Tod zusammenfallen. Nackt ist er zur Welt gekommen, war einfach da, hatte in seinem Bewusstsein weder Eltern, Freunde noch Besitz. Er erfuhr die Welt als ein zusammenhängendes Ganzes. Ebenso ist es im Moment des Sterbens. Nichts gehört uns und wir gehören niemandem. Nur mit diesem Bewusstsein kann die Schwelle übertreten werden.
Wo die irdische Geburt hineinführt in die Materie und für den herabsteigenden Geist den Tod bedeutet, so führt das Verlassen der irdischen Welt zu einer Geburt in der geistigen Welt, zur  Auferstehung in ein ewiges Leben. Aus irdisch-materieller Sicht scheint es ein Leben vor und hinter der Schwelle zu geben. Ist die Schwelle überschritten, ist die vordergründige Welt des Scheins gestorben und es existiert nur ein ewiges Leben in Gott – das ewige Sein. In allem, was ist, wird das Bleibende, Unvergängliche erkannt.



Isis – die richtende Seele

Auf der nächsten Karte mit dem Titel Gericht oder Auferstehung (XX) ist die Trennung aufgehoben. Es gibt keinen Schuldigen, keinen Ankläger und keinen Richter. Der Mensch hat sich selbst neu ausgerichtet. Er ist im Geiste und im Körper neu geboren und auferstanden. Der neue Archetyp Mensch, der hier zwischen „Vater“ und „Mutter“ aus dem Sarkophag der körperlichen Gefangenschaft aufersteht, ist das „göttliche Kind“, das die Erlösung in sich trägt. Mit dem Todeserlebnis und dem abgestreiften Körper-Ich befreit sich die göttliche Seele gleichzeitig von allen Eindrücken, die sie im Laufe ihres Erdenlebens gesammelt hat. Der Mensch sieht nun ganz klar seine Beweggründe, Taten und die Auswirkungen seiner Taten – ungeschminkt, hüllenlos, ohne Ausreden, Beschönigungen und Schuldzuweisungen. Er richtet sich selbst – und stellt fest, dass er alle Schulden schon bezahlt hat.

Aus der Perspektive des großen Engels, der die Posaune bläst, überblickt er sein Leben und die Welt von oben, aus geistiger Sicht. Er ist leibhaftig in dieser Welt, doch nicht von dieser Welt. Er ist hier wie dort: ER SELBST. Es gibt keine Instanz mehr außerhalb von ihm. Die Posaune ist seine innere Stimme, der Ruf, die Berufung. Er ist sein eigenes Wissen und Gewissen, kennt den Grund seines Daseins auf der Erde. Der Vorhang zwischen den Polaritäten ist verschwunden. Die göttliche Seele offenbart sich als „Neuer Mensch“, als Kind von ISIS und dem wieder zusammengefügten OSIRIS. Der Archetyp SOHN – und ihm ebenbürtig der Archetyp TOCHTER – ist das Kind des Neuen Zeitalters (HORUS). Sohn und Tochter sind das göttliche Kind, der neue im Geiste geborene Mensch, der eins mit dem Weltgeist ist.


Bleibt zuletzt noch das Universum oder die Welt (XXI), die sich als junge, tanzende, nackte Göttin im grünen Kranz der Natur offenbart: Ein Urbild (Archetyp) des ganzen Menschen in seiner Einheit mit dem Universum. Er ist eins mit dem Sein. In allem, was er sieht, schaut er Gott. Die Frau stellt hier den weiblichen Aspekt Gottes dar, Gott als „Mutter“, als sichtbare Schöpfung und Natur (Isis). Sie tanzt im unendlichen Kreis der Zyklen. Untrennbar verbunden mit dem unsichtbaren göttlichen Geist offenbart sie im Tanzen und Kreisen die Einheit des Schöpfers mit seiner Schöpfung.


Bildquellen: (C) Sundra Kanigowski
Tarotkarten nach Oskar Wirth, Crowley/Harris
TAROT, Die 22 Bewusstseinsstufen des Menschen, erläutert von Elisabeth Haich, Drei Eichen Verlag

Sonntag, 29. November 2015

Verbindung von I und S (IS) führt zu Isis und Osiris



Islam und Isis  - etymologisch

Eine männliche Formulierung für den Begriff Islam heißt: „sich Gott unterwerfen“ – eine weibliche Formulierung könnte heißen „sich Gott hingeben“ oder „Frieden finden in Gott“, denn das Wort Islam stammt von der arabischen Wurzel Salam, Frieden, ab. Der göttliche Buchstabe „I“, erinnert an den erhobenen Zeigefinger und den „Fingerzeig Gottes“; das „I“ vor Salam (Frieden) deutet an, dass der Friede ursprünglich aus Gott kommt. Es zeugt von innerer Größe und Aufrichtigkeit, wenn das persönliche Ich des Menschen oder auch der eigene Wille sich in Demut dem transzendenten Willen Gottes und dem kosmischen Grundgesetz übergibt und darin seinen Frieden findet. Es ist ein Eingehen in Gott, der ein Ort und Zustand des Friedens ist.  

I und S, Stab und Schlange,

sind das uralte Symbol der Einheit von Geist und Materie. Die Symbolik von I und S zeigt die schöpferische Zusammenarbeit von männlich-geistiger Zeugungskraft (Phallus, Shiva, Osiris, Djed-Pfeiler, I), die vom Himmel auf die Erde steigt und den Stoff befruchtet, das in ihm ruhende seelische „Schlangenfeuer“, die schöpferisch-weibliche Kraft Gottes (Shakti, Isis, Shekinah, S) erweckt und im subtilen Energiekanal der Wirbelsäule aufsteigen lässt (IS bzw. $). Aus der waagrecht kriechenden Schlange wird eine aufsteigende Schlange der Weisheit (S), die sich mit Osiris, dem Geist der Einheit ($) vereint. In heiligen Schriften ist von der „Aufrichtung“ oder „Erhöhung der Schlange“ oder dem „Aufrichten des Djed-Pfeilers des Osiris die Rede. Dieser Pfeiler steht für die Weltachse (axis mundi), einem Symbol für die Beständigkeit und Dauer des Lebens. Sie steht auch für die menschliche Wirbelsäule, die die verschiedenen Welten, Körper und Bewusstseinsstufen eint. Durch diesen mittleren „Stab“ fließt das vitale feinstoffliche Fluidum, die schöpferische Schlangenkraft.

Vereint und in aufrechter Stellung beschreiben die beiden Buchstaben IS die „Heilige Lehre“, den Abstieg des Geistes über die Seele und die Energie des mittleren Energiekanals zur Materie (I) und den Aufstieg der Materie über die Seele und den Wirbelsäulenkanal zum Geist (S).

Die IS-Rune

Aus der überlieferten germanischen Runenschrift kennen wir die IS-Rune, den magischen Stab mit zwei Polen, der auch zu den Werkzeugen des Magiers auf der ersten Tarotkarte gehört. Der Umgang mit dem Stab der Polarität kann zur Erhaltung und Bewahrung des Individuums beitragen, aber auch zu dessen Isolierung, Verhärtung und Vereisung (Eiszapfen). IS kann bei entsprechender Selbsterkenntnis zu Selbstbeherrschung und einer beständigen inneren Aufrichtigkeit und Zentriertheit führen – dem „bei der Stange bleiben“, wenn der Mikrokosmos Mensch sich in die makrokosmische Weltordnung einfügt.

Somit beinhaltet die Symbolik von IS in entsprechenden Stirb- und Werdezeiten auch das Errichten einer neuen Weltordnung und dem vehementen Widerstand der alten Ordnung. Die Benutzung von Symbolen und Namen – wie dem der Isis – führt bei rechter Anwendung und rechter Motivation, z.B. im Gebet in der Stille und Meditation, zu einer umfassenden inneren Reinigung, zu Selbsterkenntnis und notwendigen Transformationen und einem Entwicklungsdrang. Doch wer sich der Symbole bedient für ein Mehr an Macht und Einfluss in der Außenwelt oder um eine neue Weltordnung mit den alten Mitteln von Gewalt und Terror zu errichten (siehe Dollarzeichen $, allsehendes Auge oder ISIS als Name für eine Terrormiliz), wird den notwendigen Reinigungs- und Transformationsprozess nur beschleunigen.

Isis, Osiris und Sirius

Isis ist eine Verdoppelung der Silbe. Es besteht ein auffälliger Zusammenhang zum Namen Sirius, in dem sich auch die Buchstabenfolge IRI-SUS und UR-IS-IS verbergen. Sirius, unser hellster Fixstern, ist ein Zweisterne- bzw. Zweisonnensystem. Der dunkle Begleiter des hell strahlenden Sirius A wird Sirius B genannt. Er umkreist die strahlende Brudersonne in 50 Jahren und dreht sich dabei einmal um sich selbst. Der Mondkalender und die Sothis-Periode wurden von den Ägyptern nach dem dunklen Sirius-Begleiter berechnet. Sirius wurde in Babylonien sir oder shir, “Bogenstern” genannt und durch alle Zeiten symbolisch als ein nach unten oder oben offener Bogen ∩, als kleiner Fünfstern « und als spitz zulaufendes Dreieck („Drachenzahn“) abgebildet. Der U-Bogen stellt den Zusammenhang mit der Ur-Isis, der Urmutter her. Im alten Ägypten war Sirius von herausragender Bedeutung, taucht im Zusammenhang mit dem Mythos von Osiris und Isis auf und trug auch den Namen Sothis.

Der Autor von Robert K.G. Temple („Das Sirius-Rätsel“) sieht die helle Siriussonne als eine Verkörperung der Isis an und die umkreisende dunkle Siriussonne (B) als Nephtys, Schwester von Isis /Osiris, als Verkörperung des Dunklen, Unsichtbaren.

Der Mythos erzählt, dass Osiris mit Nephtys ein Kind zeugt: den pechschwarzen Anubis-Hund, den Hüter der Schwelle im Totenreich des Westens und das erste Wesen, das den Göttern und Menschen die magischen Mittel für die Wiedergeburt offenbar hat. Anubis überwacht als Priester und „Wegeöffner“ im inneren Tempel die Mumifizierung der Gestorbenen, die Seelenwägung und Mundöffnung sowie den geheimen Ritus des Wiege-Fells. Die dunklen Geheimnisse der ägyptischen Einweihungszeremonien um Tod und Wiedergeburt finden sich auch in der Symbolik der Tarotkarten wieder – zwischen dem Tod (XIII) und der Auferstehung (XX), der Vollendung des alchemistischen Großen Werkes.


Wer ist Isis?

Isis ist sowohl kosmische Sternenmutter als auch Erdmutter, die den durch Seth zerstückelten Körper des Osiris wieder zusammensetzt – dank ihrer Liebe, ihrer magischen Fähigkeiten und der Unterstützung von Anubis. Der Körper des Osiris stellt das Ganze dar, die kosmische Einheit des Geistes, die durch die widerstreitenden, polaren Kräfte zerstreut wird und die jeder Mensch in sich selbst wieder neu strukturieren muss. Sie bringt Leben im Sichtbaren und im Unsichtbaren hervor. Sie entscheidet auch, wann der Schleier zwischen den beiden Welten fallen darf.


Ihre unsichtbaren Formen stehen mit ihrem Bruder-Gemahl Osiris in Verbindung und ihre sichtbaren Formen mit ihrem Sohn Horus, den sie mit dem verstorbenen Osiris zeugte, indem sie dessen unauffindbaren Phallus nachbildet und ihn heiligt. Isis steht als aktive, weiblich-schöpferische Kraft immer hinter Osiris (in der passiven Rolle) und schützt ihn; sie aktiviert mit ihren Flügeln die Vitalität des Gottes. Sie kennt die Mittel der Verjüngung und bringt alle Dinge zu ihrem Ursprung und zur Wiedergeburt zurück. Sie ist der Thron, auf den sich jede Macht stützt. Als Göttin der Ordnung und Gerechtigkeit (Maat) repräsentiert sie die Intelligenz der Materie und das Wissen um die Weltordnung (Kosmos).

Isis offenbart die hermetische Weisheit und die Lehren des THOT, führt in die Geheimnisse der Mysterien ein, lehrt die Menschen, heiliges Wissen zu erlangen, profane Dinge zu heiligen und die individuelle Seele mit dem Osiris, dem Ganzen, zu vereinen. 


Es geht nun weiter mit der Isis und ihrer Symbolik im Tarot.
Sundra




Bildquelle: (C) sundra
Verwendete Literatur: 
Fernand Schwarz ""Ägypten - Die Kraft der Symbole"VErlag Filosofica, Graz 2010
Gabriele Quinque "Tempelschlaf - Grundlagen der Trance-Arbeit", param Verlag, 2003
Elisabeth Haich "Tarot" Drei Eichen Verlag, München, 1971



Sonntag, 24. Mai 2015

Traumdeutung mit den Sabischen Symbolen



Orakelbefragung wegen eines Traums
Eine Frau bittet mich um Rat wegen eines Traums, der sie innerlich sehr aufgewühlt hat.

Sie blickt durch zwei Fenster (die Augen) auf einen Hof, in dem drei Fahrräder und ein lebendiger Esel mit zugebundenem Maul „abgestellt“ sind. Zum Esel, dessen Maul mit einem blauen Tuch zugebunden ist, assoziiert sie gleich „Maul halten“. Während sie im Traum am rechten offenen Fenster mit Blick auf den Esel steht und mit der Freundin telefoniert, befreit sich der Esel plötzlich mit einem nicht enden wollenden lautstarken „Iaaaah!“ von dem Tuch. Die Frau versteht nichts mehr am Telefon und hält lachend dem Esel den Hörer hin. Das Telefon in ihrer Hand vibriert. Sie spürt die große Kraft und Bedeutung des Traums, weiß ihn aber nicht mit dem Verstand zu deuten und formuliert die Frage
 „Was will mir der Traum sagen?“

Bei der Bitte um eine Zahl kommt spontan die 412. Da diese Zahl größer ist als die Gradzahl des Kreises, ziehe ich 360 von 412 ab und erhalte 52. Innerhalb des 360° Kreises ist dies die Stelle von 22° Stier. Ich suche im Buch „Astrologischer Tierkreis und Bewusstsein“ * das Sabische Symbol zu 22° Stier:

Eine weiße Taube fliegt über aufgewühlten Wassern
Schlüsselsatz: Spirituelle Inspiration kommt dem Individuum in der Überwindung der Krise.

Im Erfahrungszyklus des ganzen Tierkreises befindet sich der Mensch an dieser Stelle (22° im Stier) in der emotionalen und kulturellen Erfahrung der Individualisierung. Er verlässt sich nicht mehr auf die Führung des Kollektivs und seines Kulturkreises, sondern einzig und allein auf die innere Führung. Er hört auf die innere Stimme, gehorcht den Anweisungen einer höheren Kraft, bildet eigene Werte aus und festigt sie. Er unterwirft sich nicht den Normen und Werten seiner Gesellschaft, gerät dadurch in eine Krise und in die Isolation. Das Symbol der Taube verheißt die Überwindung der Krise, wenn ihr der Mensch im rechten Geist begegnet, wenn er seine geistige Einstellung in dieser Sache überprüft und gegebenenfalls korrigiert.

Die weiße Taube, ein Symbol des Friedens, erscheint über den emotional aufgewühlten Wassern dieser Frau. Die Frau hat die inspirierende Botschaft der Taube (des Geistes) noch nicht für sich entdeckt. Sie fühlt sich seit vielen Jahren an eine unbefriedigende Situation gebunden, in der ihre Werte scheinbar nutzlos brach liegen, in der sie sich unverstanden und ausgeschlossen fühlt.

Ihr Leben gleicht dem im Hof abgestellten Fahrrad (Drahtesel) oder dem alten Esel, der nicht mehr gebraucht wird. Sie hält bewusst einen sehr großen Anteil ihrer Lebenskraft und Ursprünglichkeit zurück, um den Bogen des Andersseins nicht zu überspannen und Leid und Isolation in einem erträglichen Maß zu halten.

Die Anpassungszwänge und die gewaltsame Unterdrückung der natürlichen Instinkte machen sich auch körperlich bemerkbar. Im Gespräch überwältigt sie immer wieder das Mitgefühl für den laut schreienden Esel, ihren Körper… bis sie selbst erkennt, dass die Einstellung zu ihrem Körper eine sehr beherrschende ist… wenig verständnisvoll… eher unterdrückend. Das Traumbild vom zugebundenen Maul des Esels spiegelt ihre Beziehung zu diesem Körper-Gefährt(en), dem sie jegliche Äußerung untersagt.

Der Kollektivbezug - Esel und blaues Tuch
Blau ist die Farbe der Ruhe und Stille. Die Frau hat dem Körper verboten, sich zu äußern – und das schon seit vielen Jahren…. seit sie in einer westfälischen Kleinstadt wohnt, deren illegales Wappentier der Esel ist. Beim traditionellen Schnadezug (Grenzbegang) tragen die Männer das blaue Tuch um den Hals und führen die Eselin Huberta mit sich.

http://www.brilon.de/stadtbrilon/stadtportraet/schnad/schnade11.php

https://www.brilon.de/kultur-freizeit-tourismus/der-briloner-schnadezug/vom-illegalem-wappentier/

Die Symbole ihres Traums zeigen den kollektiven Bezug und ihr Problem damit als Individuum. Es ist ihre Erfahrung, dass ihre Stimme in dieser Umgebung nicht gehört wird und ihre Ansichten nicht gefragt sind. Trauer, Wut, Verbitterung und viele andere Gefühle hat sie in ihrem Körper gespeichert.


Das Symbol des Esels
Wie nun, wenn der Körper als eigensinniger Esel um den EIGENEN SINN weiß, wenn er den Weg kennt und ebenso die lauernden Gefahren spürt und ihnen aus dem Weg geht?! Die innere Führung geschieht instinktiv über den Körper. Er tut in jedem Moment das richtige: er geht, er steht, er sitzt oder er liegt, er bewegt sich von hier nach dort – er ruht, er richtet sich auf, er ist still oder er äußert sich. Ganz einfach. Das geschieht alles instinktiv, ohne den kontrollierenden Verstand. Wie beim Esel. Von ihm werden wir durchs Leben getragen. Der Esel ist hier ein Symbol des Körpers. Er ist der Träger unseres Bewusstseins, unserer Gedanken und Gefühle. Er trägt uns sicher durchs Leben.

Die Frau erkennt: Die Wende und erlösende Befreiung kommt durch die Wiedereinbeziehung des Esels, ihren vitalen Lebensgefährten, und nicht durch den im Hinterhof abgestellten Drahtesel. Der in seinen Äußerungen unterdrückte Lebensgefährte hat plötzlich die Kraft, sich lautstark mit der ihm eigenen Stimme zu äußern. Hinter der Stimme steckt so eine gewaltige Kraft, dass sich das gebundene Tuch löst – und damit auch die dahinter verborgene Vorstellung, er habe ihr nichts zu sagen.
Was der Frau fehlt, ist die rechte Einstellung zu ihrem Körper und zum Weg. Die Taube übermittelt hier die Botschaft des Friedens zwischen der Frau und ihrem Körpergefährten, dem Esel, der sie durchs Leben führt. Einsicht, tiefe Reue und Mitgefühl lösen heftige Reaktionen im Körper der Frau aus. Sie schluchzt: Eigentlich will sie die Sprache ihres Körpers verstehen, möchte seiner Stimme vertrauen können in jeder Situation.

Die Botschaft der Taube

Spontan fallen ihr noch zwei Träume ein, in denen die Taube über die Kraft der Verwandlung verfügt. Die Taube symbolisiert die Kraft, die einem Wesen, einem Projekt oder einem Problem Flügel verleiht und ihm damit zum Aufstieg auf eine höhere Ebene verhilft. Die Träumerin erzählt von der Bedeutung des spirituellen Weges, der für sie mit dem Aufsteigen und Leichtwerden zusammenhängt, dem Abwerfen von Ballast, zu dem aus ihrer bisherigen Sicht eben auch das Körperliche gehört.

Im Gespräch wird der Frau klar, dass ihre jetzige scheinbar festgefahrene Lebenssituation keine existenzielle Bedrohung für sie beinhaltet, sondern eine Chance ist, an dieser spirituell zu wachsen und dazu gehört auch die Verfeinerung ihrer Wahrnehmung für die Bedürfnisse und Äußerungen des Körpers. Die Botschaft der Friedenstaube hat sie mit nach Hause genommen. Sie schenkt ihr Kraft und Ausdauer sowie die Gewissheit von Bedeutung und Sinn ihrer eigenen Situation. Und eine neu entdeckte Liebe nimmt sie auch mit nach Hause – die Liebe zu ihrem Körpergefährt(en) im Symbol des Esels, dessen Wirklichkeit und Weisheit sie am eigenen Leibe erfahren darf.

Dies ist ein Beispiel für die lebendige Wandlungs- und Erkenntniskraft von Symbolen – hier den Traumsymbolen und den SABISCHEN SYMBOLEN – wenn wir uns für sie öffnen und die richtige (d.h. angemessene) Stellung ihnen gegenüber einnehmen


* Dane Rudhyar Astrologischer Tierkreis und Bewusstsein
Eine Interpretation der 360 Tierkreisgrade
Kailash Buch, Verlag Hugendubel, 1993






Montag, 18. Mai 2015

Traumdeutung online ab 7 Uhr morgens



„Ein Traum ist die kleine verborgene Tür
zum tiefsten und intimsten Heiligtum der Seele.“
                                                                     (C. G. Jung)



Träume deuten – Lebenshilfe und Sinnfindung
Seit 35 Jahren widme ich mich der Traum- und Horoskopdeutung, erforsche Träume und Horoskope. Beide Methoden ergänzen einander, dienen der Selbsterkenntnis, Selbsterziehung und Selbstverwirklichung. Beide befassen sich mit Symbolen und Archetypen. Das Geburtshoroskop und die Träume sind individuelle Geschenke des Lebens an uns – verpackt in eine zeitlose Symbol- und Bildersprache.

Wenn Sie Hilfe beim »Auswickeln« und »Entschlüsseln« Ihrer Traumgeschenke benötigen, biete ich Ihnen meine Erfahrungen und Kenntnisse an.

Ich bin für Sie da – jeden Tag ab 7 Uhr morgens.

Sie können mich anrufen, wenn
- Sie einen beunruhigenden Traum haben,
- ein bestimmter Traum immer wieder kommt,
- Sie Albträume haben,
- Ihnen ein Traum besonders am Herzen liegt.

Für die Deutung Ihres Traums am Telefon brauche ich kein Horoskop – wohl aber ein paar Informationen zu Ihrer Person und Ihren Lebensumständen.

Wenn der Traum Sie innerlich berührt
Sie sollten wissen: Jeder Traum liefert Ihnen genau die Symbole, die jetzt für Sie von Bedeutung sind. Sie stehen stellvertretend für bestimmte Gefühle und Qualitäten. Freuen Sie sich über Ihren Traum, denn er zeigt Ihre Durchlässigkeit und Bereitschaft zur Wandlung. Die Tatsache, dass Sie sich an den Traum erinnern, zeugt von einer guten Verbindung zu Ihrer Seele und zum schöpferischen Unbewussten.

Ganz gleich, welche Gefühle der Traum in Ihnen auslöst – Sie werden durch Ihre emotionale und seelische Betroffenheit auf eine innere Disposition aufmerksam gemacht, die der Bewusstwerdung oder Korrektur bedarf. Manchmal reicht es, genauer hinzuschauen, sich mehr auf die Symbole und Gefühle einzulassen.  

Es ist hilfreich, sich gegenseitig die Träume zu erzählen, sie regelmäßig aufzuschreiben und sie auf eine kreative Art wiederzuerleben. Auf diese Weise üben wir uns darin, die Verbindung mit dem schöpferischen Unbewussten aufrechtzuerhalten, aus der die Träume zu uns kommen. So wie der Traum selbst eine Brücke zwischen Nacht- und Tagwelt, zwischen Schlaf und Wachsein ist.

Nutzen Sie meinen Beraterservice im Wengo-Team und wählen Sie aus zwischen schriftlicher und telefonischer Beratung. Als Neukunde erhalten Sie von mir einen Gutschein von 10 EURO. Geben Sie einfach mit Ihrer Registrierung den Aktionscode »sunka« ein. 

Feedbacks und Testimonals meiner Kunden finden Sieauf meiner Seite ASTRO-VITA.

Ich freue mich auf unsere Kommunikation.
Sternengrüße von Ihrer 
Sundra

Donnerstag, 14. Mai 2015

Astrologie und Traumdeutung auf dem Weg der Individuation



Das Leben ist verhüllt und verborgen,
wie auch euer größeres Selbst
verborgen und verhüllt ist.
(Khalil Gibran)

Ich mache mich auf den Weg - zu mir selbst.
Ich durchschreite die Tür zum ewigen und ganzheitlichen Menschen in mir, 
der unter vielen Hüllen und unbewusstem Psychomüll verborgen ist.
 

Erkenne dich selbst – Werde, der du bist
Individuation meint die eigene Ganzwerdung. In diesem Prozess des bewussten Wandelns und Werdens werden wir zu dem, was wir vom Wesen her sind. Wir lernen nach und nach alle Kräfte der Seele kennen, das noch brachliegende kreative Potenzial, unsere Schattenseiten, Defizite und Grenzen. Unabhängig vom Alter, doch sehr wohl abhängig vom eigenen Willen nach Ganzheit und einem Leben aus der Mitte heraus können wir uns jederzeit und überall auf den Weg zu uns selbst machen.

Symbole auf dem Weg der Individuation
Träume, Bilder und Symbole bringen uns auf den Weg und bleiben auch unsere ständigen Begleiter. Die Zusammenarbeit mit den symbolischen Bildern der Seele wird für uns zum »inneren Zwiegespräch mit unserem guten Engel« – so beschreibt es die innere Alchemie. Individuation ist ein symbolischer Prozess, der seit der Antike als »Einweihung« bekannt ist. Dieser uralte Weg des Menschen zeigt in symbolischen Bildern und Bilderserien gewisse Stationen, an denen der so genannte Adept (Schüler) seinen Fortschritt überprüfen kann. Diesen Einweihungsweg zeigen die zwölf Tierkreiszeichen, die Bilderserien des Tarot und der abendländischen Alchemie, die Runen, und ebenso die tantrischen Chakren- oder mystischen Nervensysteme der Inder und Chinesen.


Die Stufen in Bildern
Die Symbole einer Stufe oder Erfahrungsebene entsprechen jeweils unseren inneren, psychoenergetischen Prozessen. Sie offenbaren unser Wandlungspotenzial, unsere seelische und spirituelle Kraft, und laden uns gleichzeitig zur bewussten Kommunikation mit ihnen ein. Der Weg beginnt mit einer Sackgasse oder einem Hindernis. Wir stecken in einer Krise, erfahren Chaos und Sinnlosigkeit, Frust und Unerfülltheit. Im Außen geht es nicht weiter. Das Bedürfnis nach Ordnung, Zentrierung und einer sinnvollen Lebensrichtung wird so wichtig wie der nächste Atemzug.

Träume auf dem Weg der Individuation
Erst der Blick nach innen bringt Erkenntnis und befähigt uns zunehmend zur Gesamtschau. Das Ziel des Weges ist die höhere Bewusstheit und die Verwirklichung unseres ganzen Potenzials, das Hineinwachsen in das Selbst. Jetzt mehren sich die Träume. Sie werden intensiv und farbig, sprechen in Gleichnissen und Symbolen zu uns. Wir kreisen nun unaufhörlich um unsere Mitte, erhalten Kraft aus dem schöpferischen Selbst. Gleichzeitig leiden wir unter den Spannungen der Gegensätze und den verschiedenen Schattenanteilen, die wir abgespalten und nach außen projiziert haben. Es gibt viel zu tun. Die Traumsymbole nehmen archetypischen Charakter an und erfordern von uns ein hohes Maß an Bewusstheit und Deutungsvermögen, da die Inhalte immer weniger persönlich, dafür aber zunehmend mythologisch, transzendent und von überpersönlicher Bedeutung werden. 




Traumdeutung und Horoskopdeutung
Die symbolischen Bilder und Themen des Individuationsweges erweisen sich als große Orientierungshilfe. Doch ohne Deutungsschlüssel bleiben sie uns verschlossen. Wer die Symbole, die einzelnen Stationen und auch nicht den ganzen Weg von Anfang bis Ende kennt, braucht Hilfe für die Deutung – für die Deutung seiner Träume und die entsprechenden Themen in seinem Horoskop.

Hier biete ich meine Übersetzungsdienste, mein breit gefächertes Wissen und meine Erfahrungen mit dem Weg der Individuation und dem alten Einweihungsweg an. Ich arbeite mit dem, was mir der Ratsuchende bewusst und unbewusst zur Verfügung stellt: dem Horoskop, den Träumen und persönlichen Informationen. Meine Hilfsmittel sind das Horoskop, das Astro-Orakel, das I Ging und manchmal auch die Tarotkarten. Meine Hochsensibilität und meine Intuition leiten mich, bringen mich auf die richtige Spur.

Für meine Kunden*
Das Horoskop zeigt das, was Ihrem Wesen entspricht, Ihre Tendenzen, Neigungen und alten Gewohnheitsmuster. Es zeigt die bereits entwickelten Fähigkeiten, die Ihre Substanz sind, und es zeigt die Anlagen, die Sie unter Mühen und Ringen erst zur Entfaltung bringen müssen, bis Sie sich ihre Stärken aneignen dürfen. Aus karmischer Sicht offenbart das Horoskop Ihre Lebensaufgabe, zeigt schwierige Entwicklungsabschnitte auf dem Weg, für die Sie wohl mehrere Inkarnationen als nur eine benötigen. Es zeigt den zeitlichen Rahmen einer Krise und Wandlungsstufe, deren Ausbruch, Verlauf und Ende. Und es zeigt auch die Konflikte, die entstehen, wenn Sie gegen Ihre Natur (Dharma) und gegen Ihren inneren Lebensplan handeln, wenn Sie beispielsweise in fremden Gewässern fischen, für die Sie weder eine kosmische Lizenz (Berechtigung) noch die richtige energetische Ausrüstung besitzen.

Das Astro-Orakel kann gefragt werden, wenn kein Horoskop zur Verfügung steht. Nach dem Hier und Jetzt Ihrer Situation befragt, offenbart das Astro-Orakel Ihre innere und äußere Realität, die das Leben gerade für Sie bereithält – als Ereignis, als Aufgabe, Problem und Herausforderung oder als Geschenk. Auch das Astro-Orakel zeigt, was Ihnen entspricht. Es kann auch nach dem Verlauf einer begonnenen Entwicklung oder Beziehung befragt werden
- siehe die letzten beiden Blogeinträge.

Für die Traumdeutung stehen meine umfangreiche Traumdatei sowie mein innerer Erfahrungsschatz zur Verfügung. Wenn zusätzlich Ihr Geburtshoroskop zur Verfügung steht, kann Ihr Traum den lebendigen und dynamischen Bezug zu einem bestimmten Lebensthema oder einem Konflikt herstellen. Die entsprechende astrologische Konstellation kann leicht gefunden werden, zusammen mit ihren psycho-energetischen Verknüpfungen zu anderen Lebensbereichen und ihrer Stellung im Gesamtgefüge des Selbst.



Mein Rat an alle Therapeuten und psychologisch geschulten Helfer: Jeder gute Therapeut sollte neben der Traumdeutung auch die astrologische Symbolsprache beherrschen und für seine Therapie eine Kombination beider Methoden anwenden.

Komme ich bei der schriftlichen Ausarbeitung eines Themas nicht weiter, da ich vielleicht meiner diesbezüglichen Intuition gerade nicht traue, frage ich ganz gezielt das I Ging, das chinesische Buch der Wandlungen. Dieses älteste Weisheitsbuch der Erde schildert mir gleichnishaft eine entsprechende energetische Situation, sowohl ihre Herkunft als auch ihre Wandlung und Entwicklung.

Hier gehts zu meiner Beratung im Team von Wengo.
Und hier zu meiner Webseite Lebensspuren und der ASTRO-VITA

*Weiterhin gilt: Als mein Neukunde auf der Wengo-Seite erhalten Sie eine Gutschrift von 10 EURO, wenn sie den Aktionscode »sunka« bei Ihrer Registrierung eingeben.

Die meisten Menschen sind wie ein fallendes Blatt, das weht und dreht sich durch die Luft, und schwankt, und taumelt zu Boden. Andre aber, wenige, sind wie Sterne, die gehen eine feste Bahn, kein Wind erreicht sie, in sich selber haben sie ihr Gesetz und ihre Bahn.
(Siddhartha, Hermann Hesse)





Mittwoch, 13. Mai 2015

Orakel und Synchronizität






Eine wesentliche Rolle beim Orakeln spielt die Synchronizität. So zeigen die Bilder des I Ging zum Beispiel an, was im Zusammenhang mit der Frage und unseres Gedankens gleichzeitig / analog geschieht. Nach dem hermetischen Gesetz »wie oben, so unten« und auch »wie innen, so außen« stehen alle Dinge und Ereignisse miteinander in Verbindung. Beziehungskonstellationen am Himmel (Makrokosmos) entsprechen Ereignissen und Beziehungstrukturen in unserer inneren und äußeren Welt.


Lineares Denken und Denken in Feldern
Orakeln ist eine irrationale Wahrsagetechnik und beruht auf dem »Denken in Feldern«, wie es den Chinesen eigen ist  – im ergänzenden Gegensatz zum linear-kausalen und »wissenschaftlichem Denken« des Abendlands. Für die Deutung von Symbolen, Bildern und archetypischen Strukturen ist die rechte Gehirnhälfte zuständig. Sie wirkt als eine Art »weiblicher Logos«, auch Intuition genannt. Im kausalen Denken orientieren wir uns an einer Folge von Ereignissen A-B-C-D. Wir denken zurück, verfolgen die Ursachen von D, fragen uns, warum sich D aufgrund von C ereignet, warum C aufgrund von B geschieht und B wegen A. Doch mit dieser kausalen Denkweise erfassen wir lediglich wahrscheinliche Möglichkeiten, dringen jedoch nicht zum Wesentlichen eines Ereignisses vor.

Marie-Louise von Franz, eine Schülerin von C.G. Jung, schlägt vor, synchronistisches Denken als eine Art »Feld-Denken« zu bezeichnen, dessen Zentrum Zeit ist. Auch im linearen Denken gibt es die Vorstellung von Zeit: Nach der Ursache kommt die Wirkung. Jedes Ereignis hat eine Ursache, ein Vorher, einen Auslöser. Im chinesischen Denken und in der synchronistischen Denkweise des TAO geht es nicht um die Frage nach dem Warum, sondern um die Dinge, die gleichzeitig im Zusammenhang mit dem Ereignis geschehen. Es ist die Frage nach den Entsprechungen, nach dem Bündel von Ereignissen und Signaturen, nach einem bestimmten Komplex. Im Zentrum des synchronistischen Denkens oder »Feld-Denkens« steht ein Ereigniskomplex, der zu einem bestimmten Zeitmoment gehört.

Das Unbewusste ist ein untrennbares Ganzes
Im westlichen Denken werden wir geschult, zwischen äußerer und innerer Welt zu trennen, zwischen physischen und psychischen Ereignissen. Das heißt, die rechte Hand (das Bewusste) weiß nicht, was die linke (das Unbewusste) tut. Die Negierung und Missachtung des unbewussten oder auch seine Degradierung zum Pathologischen hat katastrophale Folgen. Das Unbewusste ist die schöpferische Quelle allen Lebens, und in ihm gibt es keine Trennung von Körper und Seele-Geist.

Die synchronistische Antwort des Orakels

Wenn wir ein Orakel befragen, wird uns dieser gebündelte Komplex von mehreren Faktoren in Form von Bildern, Symbolen, Zahlen und Strukturen gegeben. Bei der I Ging-Befragung erhalten wir ein Hexagramm, das sowohl aus einer Kombination eines unteren und oberen Trigramms besteht als auch aus zwei inneren Trigrammen, die erst bei einer tieferen Erforschung zutage treten. Beim ASTRO-ORAKEL erhalten wir die Antwort in Form von Planet, Zeichen und Haus. Dieser Komplex darf dann gedeutet werden - auf mehreren Ebenen gleichzeitig, den unsichtbaren und sichtbaren.

Qualität und den Sinn der Bilder
Bei der Antwort eines Orakels und beim synchronistischen Denken geht es nicht um die Quantität von Zahlen, Mustern und Bildern, sondern um die Qualität und den Sinn der Bilder. Darum sind »Symbole« auch Sinnbilder, denen bestimmte lebendige und dynamische Eigenschaften innewohnen. Die Symbole stehen in Verbindung mit unserem innersten Wesen und Kern, über den wir mit allem, was ist, in Verbindung stehen. Sie können in diesem Sinne auch als ein Energiestrom bezeichnet werden, ein Feld von fließender Energie. Wir geben und nehmen gleichzeitig - nicht linear. Kein Ursache-Wirkungs-Denken.

In der hebräischen Kaballa ist dieses Phänomen des gleichzeitigen »Nimm-Gib!« als Liebe (Ahawa 1-5-2-5) bekannt. Mit dem Gesamtwert 13 (1+5+2+5) entspricht das Prinzip Liebe dem Prinzip der Eins und der Einheit (Echad 1-8-4), die denselben Zahlenwert (13) hat.

Das ASTRO-ORAKEL als Spiel
 In der Bhagavadgita sagt Krishna (eine Entsprechung des Christus-Bewusstseins) von sich:

»Ich bin das Würfelspiel. Ich bin das Selbst, das im Herzen alles Seienden sitzt. Ich bin Anfang und Mitte und Ende aller Lebewesen. ich bin Vishnu, die Strahlende Sonne unter den glänzenden Leibern.«

Spielen wir doch wieder. Lassen wir den »Zufall« geschehen. Zufall ist das, was uns zufällt, wenn wir offen sind für den Strom der Ereignisse und Energien. Im Orakelspiel nehmen wir leicht und spielerisch Kontakt auf mit den archetypischen Strukturen in uns und außerhalb von uns. Auch das Lesen und Deuten der Symbole ist ein spielerisches Tun, das leicht ist und Freude macht. Im Orakel werden der Fragende, das Orakel und die Antwort des Orakels ein lebendiges Ganzes. Diese Leidenschaft kennt jeder Spieler, das Mitgerissenwerden von der Energie des Spiels. Es ist wie das Mitgerissenwerden vom Strom des Lebens.

In meiner Beratung (tel./E-Mail) mit dem ASTRO-ORAKEL bringen Sie sich selbst und Ihre Lebenssituation ein. Wenn Sie nach dem Sinn von Ereignissen, nach Ihrem Potenzial oder der Qualität der Zeit forschen, bietet sich das ASTRO-ORAKEL als unpersönlicher Mittler an. Mit jedem Orakel wird eine höhere Instanz als die menschliche Persönllichkeit um Rat und Entscheidungshilfe gebeten. Als Antwort kommen Bilder, Zahlen und Symbole oder auch ein Spruch, wobei die Würfel, Münzen, Steine und Stäbchen lediglich Mittler zur Weisheitsquelle in uns selbst sind.


Testen Sie das Orakel. Als NEUKUNDE erhalten Sie von mir einen Aktionskode. Wenn Sie bei Ihrer Registrierung den Code »sunka« eingeben, erhalten Sie eine Gutschrift von 10 EURO auf meine Angebote. Ich freue mich auf Sie!

http://www.wengo.de/astro/sundra-astrologin-2053053.htm

Weitere Artikel zum Orakeln und der I Ging-Befragung auf meinen Pagewizz-Seiten.







Mittwoch, 29. Mai 2013

Archetypisch träumen und denken





Mein Traumbuch befindet sich in der Korrekturphase und hat einen neuen Titel bekommen Archetypisch träumen und denken.

Ein Verleger hat schon einen Blick in das Manuskript geworfen und meint, dass es vom Umfang her (1,8 Millionen Anschläge) das siebenfache Volumen eines normalen Buches habe. Zum jetzigen Zeitpunkt ist noch offen, ob es in mehreren Bänden erscheint oder in einem. Es liegt noch viel Arbeit vor mir - Korrektur, neue Strukturierung (Inhaltsverzeichnis) und Klären der verwendeten Terminologie - die sich wohl über einige Monate hinziehen wird.

Was ich bis jetzt darüber sagen kann:
Es ist ein umfangreiches und eigenwilliges Handbuch / Lehrbuch über die Arbeit mit inneren Bildern  und Archetypen, über den Umgang mit Träumen, ein Grundlagenwerk zum Erlernen der Symbolsprache  - angereichert mit Deutungsbeispielen aus der eigenen Praxis und einem großen Schatz an Traumsymbolen, nach Gruppen geordnet.

Ob sich meine Haupt-Intentionen in einem Band zusammenfassen lassen, kann nur ein Fachmann beurteilen. Einerseits soll es ein Grundlagenwerk zum Erlernen der Symbolsprache sein, andererseits ein Übungsbuch zum kreativen und angstfreien Umgang mit den Archetypen, das den Leser auf seinem Weg zu sich selbst bestärkt, und hauptsächlich ein praktisches Nachschlagewerk für die Traumdeutung. 




Mittwoch, 6. Oktober 2010

7.10.10 Waage-Neumond - dynamisch - rotundrisch

Neumond in der Waage 7.10.10 20:45 h MESZ für Brilon (NRW)
Und wieder bereiten wir im Unsichtbaren den Boden vor für eine neue Saat-Idee und die Ausbildung neuer Kräfte in uns. Durch diesen NEUMOND im kardinalen Luftzeichen WAAGE wird die siebenjährige Kardinale Klimax - Konstellation (2008-2015) erneut aktiviert. Die Opposition zwischen den Widder-Waage-Planeten hat sich vorübergehend gelockert, da Jupiter und Uranus noch einmal in die Gewässer der Fische abgetaucht sind, um bis Anfang 2011 die letzten karmischen Reste (den Sog des Alten) aufzulösen und dann mit neuem Schwung die neue Energie über den Widder-Punkt zu initiieren. Es lohnt sich also, mit den neuen Vorhaben und Projekten noch gut drei Monate zu warten, in dieser Zeit für das Wohl des Ganzen zu beten und den eigenen Weg noch einmal von allen Seiten zu beleuchten.

Die beiden Quadrate (rote Linien) zwischen den langsam laufen Planeten in drei kardinalen Zeichen bleiben allerdings bestehen – und das sind auch die beiden einzigen „Striche“ oder Verbindungen zwischen den Planeten. Das ergibt eine sehr dynamische und unruhige Energiestruktur, die uns in Bewegung hält – auch wenn das Ziel noch unbekannt ist. Die rote Spitze weist auf Pluto und den Nördlichen Mondknoten im Erdezeichen Steinbock: das bekannte Thema der tief greifenden Wandlung aller verhärteter und veralteter Strukturen, Gesetze, Formen. Der Ballast, den wir mit uns rumschleppen und der uns Sicherheit vortäuscht, wird sich vermindern und in Nichts auflösen. Uns wird die Möglichkeit geschenkt, leicht und leer zu werden, um eine neue Kraft und Vision in uns aufnehmen zu können für einen neuen Zyklus.

Das Sabische Symbol des Neumonds auf 15° WAAGE lautet:

Kreisförmige Wege.
Schlüssel: Die Unvermeidbarkeit annehmen, feste Rhythmen sozialer Aktivität einzurichten.

Schon seit drei Tagen und Nächten bewegt und inspiriert mich das Symbol des Kreises und des Gehens im Kreis. Als Symbol der Ganzheit ist der KREIS die Figur, die am vollkommensten auf eine Mitte bezogen ist. Was sich in einem Kreis befindet, gehört zusammen. Alle Personen eines Kreises, einer Gruppe von Menschen, richten ihr Interesse und damit ihre psychische Energie auf den gleichen Gegenstand, konzentrieren sich auf einen gemeinsamen Mittelpunkt, ein zentrales Thema, um das sich alles „dreht“ (ich denke an die Sufis).

Die Frage ist:
In welchem Kreis befinde und bewege ich mich?
Es ist eine Frage der Einstellung, des Standorts, der Ansicht und Einsicht.
Hier folgt eine kleine Auswahl an Kreisen und Kreiserlebnissen, die mir spontan einfallen:

Sternenkreis, Sonnenkreis, Tierkreis, Erdkreis, Wendekreis, Stundenkreis,
Landkreis, Umkreis, Wahlkreis, Familienkreis, Freundeskreis,
Personenkreis, Fachkreis, Singkreis, Themenkreis,
Stromkreis, Schaltkreis, Regelkreis, Halbkreis,
Wendekreis, Polarkreis, Kornkreis,
Teufelskreis, Bannkreis
Gesichtskreis.

Ich kann mich in einem Kreis gefangen oder aufgehoben, geborgen fühlen.
Ich kann mich in einem Kreis in Beziehungen verwickeln, in gespannten Verhältnissen leben oder in Frieden meine Kreise ziehen in der Gewissheit der Verbindung mit allem.
Ich kann im Stundenkreis der Uhr meine Kreise ziehen und jede Minute zählen. Ich kann um den Pol kreisen und mein Leben und Denken nach ihm ausrichten, im Singkreis mit meiner Stimme einen Beitrag leisten, mich im Bannkreis eines Menschen oder einer fixen Idee befinden, mein Leben als Teufelskreis empfinden, orientierungslos und sinnlos umherirren.

Der KREISLAUF steht für eine wiederkehrende Abfolge von Ereignissen, Stoffen, Energien und Erfahrungen. Räumlich begegnen wir beim mehrmaligen Durchmessen unserer (runden) Welt wiederholt den gleichen Formen innerer und äußerer Landschaften – auch wenn wir bei jeder Begegnung anders auf sie reagieren. Auch zeitlich erleben wir die zyklische Abfolge von Anfang, Höhepunkt und Ende, um dann wieder dem Wachstumsimpuls eines neuen Zyklus’ zu folgen. Und die Planeten stehen gerade so, dass wir uns alle in genau so einem Prozess der Erschaffung einer „Neuen Welt“ befinden. Und wer im Besitz der Vision und Grundformel ist, hilft mit, diese zu projizieren und zu verwirklichen. Unser Erleben ist zyklischer Natur. Es liegt nun an uns, der Aneinanderreihung von Ereignissen und Erlebtem einen Sinn zu geben, eine sinnvolle Ordnung und Struktur darin zu erkennen.

SYMBOLE, die ja über das Faktische und Rationale von Zeichen hinausreichen, enthalten Botschaften für uns und tauchen dann auf, wenn wir ihrer bedürfen. Sie überbringen uns Mitteilungen über einen bestimmten Umstand soziologischer, psychologischer oder physiologischer Art. So darf auch dieses Symbol der Kreisförmigen Wege als eine Antwort auf ein Problem gesehen werden, das wir vielleicht in seiner Tiefe noch nicht erfasst haben. Mir fallen sogleich die zyklischen Symbolserien des Tarot, des I GING,der Sabischen Symbole und des Tierkreises mit ihren archetypischen Bedeutungen ein. Wenn wir im Leben auch eine Vielfältigkeit von Gedanken und Erlebnissen haben, so mag uns diese Tatsache allein eines Tages nicht vollkommen ausfüllen. Aus geistiger Sichtweise geht es um die „Sinn-Ernte“ (Dane Rudhyar), den Extrakt aus all diesen Erfahrungen. Wir dürfen uns der sinnvollen Aufgabe und Möglichkeit widmen, als Honigbienen den Nektar aus unseren gemachten Erfahrungen zu saugen, ihn in unserer inneren Waben-Struktur zu sammeln und zu lebenswichtigem Honig zu verarbeiten, der reichen geistigen Frucht. Es ist das, worüber ich im letzten Astro-Artikel über die Venus geschrieben habe.

Welche Möglichkeiten habe ich, im Kreislauf des Lebens meinen Weg zu finden und zu gehen?
Dazu möge jeder erst einmal feststellen, ob er sich in seinem Kreis gebunden oder frei fühlt und sich fragen: Habe ich mir diesen Kreis bewusst erwählt oder wurde ich durch Geburt, Erbe, Schicksal in ihn hineingestellt?
Befinde ich mich in einem Kreis mit vorgegebenen kollektiven und sozialen Mustern, die meinem inneren Wesen und Weg (dharma) widersprechen, werde ich den mächtigen Drang verspüren, dem Weg der Individuation zu folgen und bei Gelegenheit aus dem Kreis der Begrenzung ausbrechen, um eine tiefere Quelle von Leben und Bewusstsein anzuzapfen. Ich kann es, denn dieser Weg des Ausbruchs aus dem natürlichen „Bannkreis“ ist in mir und jedem anderen Menschen angelegt – und er offenbart sich zur rechten Zeit.
Erlebe ich in dem kreisförmigen Ablauf des Alltags mit seinen festen Rhythmen jedoch innere Stabilität, Ruhe und einen schöpferischen Lebenssinn erleben, mag ich statt Langeweile und Beziehungsstress einen überpersönlichen Frieden finden aufgrund meines Eingebundenseins und meiner Identifikation mit einem größeren planetaren oder kosmischen Zyklus. Das heißt, mit einem äonischen oder zyklischen Bewusstsein bin ich in der Lage, völlig gelassen, losgelöst und in Frieden „kreisförmige Wege“ zu gehen. Ohne Druck und ohne Stress tue ich das, was gerade anliegt und vor mir liegt – in freier Entscheidung nach reifer Überlegung und weiser Einsicht.

Wer also eingebunden ist in einen Kreis von Pflichten, Aufgaben, Aktivitäten oder in einen Bannkreis von alten Verhaltens- und Tätigkeitsmustern oder gar in einen Teufelskreis von Funktions- und Sachzwängen, Zwangsneurosen und Zwangsvorstellungen (Merkur/Saturn/Pluto), prüfe sich selbst und entscheide dann oder lasse das Schicksal, das ihm Geschick-te, entscheiden.

Die reifen Seelen oder bewussten Menschen haben im Zeichen WAAGE die Chance, sich NEU ZU ORIENTIEREN und auszurichten, ihre Zugehörigkeiten („Kreise“) und Wertvorstellungen sorgfältig abzuwägen. Durch bewusste Wahl werden die inneren Gegensätze ausgeglichen. Der Mensch ist reif und bereit, sich für den Weg der Seele zu entscheiden, sich nach geistigen Werten zu richten und von den materiellen Wünschen der Persönlichkeit zu lösen. Die Wende wird hier von Uranus vollzogen, dem esoterischen Herrscher der Waage, der bei den Ägyptern „Mutter der Revolutionen“ oder Mutter der Zyklen genannt wurde. Revolution ist ein astronomisches Fachwort für den Umlauf der Planeten um die Sonne. Beispiel: Die Revolution der Erde (Umdrehung um die Sonne) geschieht im Zyklus von einem Jahr; bei Pluto sind es 247 Jahre, bei Saturn 29 Jahre. Ein Zyklus ist vollendet. Eine kreisförmige Be-Weg-ung hat sich vollendet.
(Und auf dem Planeten des kleinen Prinzen geht die Sonne in 24 Stunden gleich 43-mal unter und auf!) Auch wenn astronomisch der „Widderpunkt“ (Frühlingspunkt) längst in den Fischen liegt, bleibt er in der astrologischen Deutung das Symbol für das Hervorbrechen neuer Daseinsmöglichkeiten.

In einem meiner zahlreichen Kreis-Träume erhielt ich im Stück „Traum-Weisheit“ den Hinweis, dass die Psyche sich „rotundrische“ Situationen schafft , das heißt kreisrunde Zustände à la Uroboros, wo Anfang und Ende zusammen fallen… wo der letzte Buchstabe des Welten-Wortes zugleich die Initiale des neuen Wortes ist… wo die Tonsur auf dem Kopf exakt den gleichen Durchmesser hat wie der Sonnenkreis…
Kreis, Rad und Kopf sind Symbole Vairocanas, des Dhyani-Buddha in der zentralen Position (Mitte) der allumfassenden Weisheit. Er hält das Rad des Gesetzes, macht mit seinen Händen die Gesetzesrad-Geste; sein Element ist Akasha (der Raum), seine Farbe Weiß, sein Thron und Reittier sind Drache oder Löwe. Er ist der "Sonnengleich Strahlende", der Überwinder des Nicht-Wissens (avidya).

Wenn wir von hoch aufgetürmten Frisuren, Haaren, von Kopfschmuck (Haupt-Ausstrahlung), sprießenden Hörnern, Zweigen etc. träumen oder uns die Symbole von Rad, Kreis, Kopf, Kugel, Mitte und die Farbe Weiß erscheinen, so sind das Botschaften aus unserer Wesensmitte, wo die allumfassende Weisheit wohnt. Diese Träume sind sehr wichtig, geben einen Hinweis zu unserer geistigen Lage /Verfassung und den Fluss des Energiestroms. Denkt an den Kopfschmuck der ägyptischen Göttinnen (Isis, Hathor…), genannt Ideogramme, die ein Ausdruck der Qualitäten ist, die die Göttin verkörpert. Im Raume entspricht die Kugel dem Kreis; eine Lebensdimension mehr ist zum flächigen Kreis hinzugekommen (Tiefe, Räumlichkeit, innere Ausdehnung, die Sphäre). Kreis und Kugel, die sich um ihr Zentrum drehen, sind Symbole psychischer Dynamik.

So let’s go the circuit!
Abschließend eines meiner Lieblingsgedichte – mit Widderpunkt-Dynamik, zyklisch, äonisch und rotundrisch:

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten wohl nicht vollbringen
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.

Rainer Maria Rilke
Aus dem Stundenbuch, erschienen 1905

Brilon, 6. Okt. 2010 12:50 h
Sundra rotundrisch

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Quellen:
Dane Rudhyar Astrologischer Tierkreis und Bewusstsein, Kailash Hugendubel Verlag, 2 Aufl. 1993
Dane Rudhyar / Leyla Rael-Rudhyar Der Sonne/Mond Zyklus, Edition Astrodata, 3. Auflage 1999
Dane Rudhyar Astrologie der Persönlichkeit, Kailash Hugendubel, 1979
Marc Edmund Jones Die sabischen Symbole in der Astrologie, Edition Astrodata, 2. Auflage 1996
Gunda Scholdt Praxisbuch der Esoterischen Astrologie, Ebertin Verlag, 2. Auflage 1998
AAB Esoterische Astrologie, Verlag Lucis, Genf, 1970