und alles, was ist und sein wird;
meinen Schleier hat keiner der Sterblichen je gehoben …“
Die weiße Taube, ein Symbol des Friedens, erscheint über den emotional
aufgewühlten Wassern dieser Frau. Die Frau hat die inspirierende Botschaft der Taube
(des Geistes) noch nicht für sich entdeckt. Sie fühlt sich seit vielen Jahren
an eine unbefriedigende Situation gebunden, in der ihre Werte scheinbar nutzlos
brach liegen, in der sie sich unverstanden und ausgeschlossen fühlt.
Ihr Leben
gleicht dem im Hof abgestellten Fahrrad (Drahtesel) oder dem alten Esel, der
nicht mehr gebraucht wird. Sie hält bewusst einen sehr großen Anteil ihrer
Lebenskraft und Ursprünglichkeit zurück, um den Bogen des Andersseins nicht zu
überspannen und Leid und Isolation in einem erträglichen Maß zu halten.
Die
Anpassungszwänge und die gewaltsame Unterdrückung der natürlichen Instinkte
machen sich auch körperlich bemerkbar. Im Gespräch überwältigt sie immer wieder
das Mitgefühl für den laut schreienden Esel, ihren Körper… bis sie selbst
erkennt, dass die Einstellung zu ihrem Körper eine sehr beherrschende ist…
wenig verständnisvoll… eher unterdrückend. Das Traumbild vom zugebundenen Maul
des Esels spiegelt ihre Beziehung zu diesem Körper-Gefährt(en), dem sie
jegliche Äußerung untersagt.
Der Kollektivbezug - Esel und blaues Tuch
Blau ist die Farbe der Ruhe und Stille. Die Frau hat dem Körper verboten,
sich zu äußern – und das schon seit vielen Jahren…. seit sie in einer westfälischen
Kleinstadt wohnt, deren illegales Wappentier der Esel ist. Beim traditionellen
Schnadezug (Grenzbegang) tragen die Männer das blaue Tuch um den Hals und
führen die Eselin Huberta mit sich.
http://www.brilon.de/stadtbrilon/stadtportraet/schnad/schnade11.php
https://www.brilon.de/kultur-freizeit-tourismus/der-briloner-schnadezug/vom-illegalem-wappentier/
Die Symbole ihres Traums zeigen den kollektiven Bezug und ihr Problem damit
als Individuum. Es ist ihre Erfahrung, dass ihre Stimme in dieser Umgebung
nicht gehört wird und ihre Ansichten nicht gefragt sind. Trauer, Wut, Verbitterung und viele andere Gefühle hat sie in ihrem Körper gespeichert.
Das Symbol des Esels
Wie nun, wenn der Körper als eigensinniger Esel um den EIGENEN SINN weiß,
wenn er den Weg kennt und ebenso die lauernden Gefahren spürt und ihnen aus dem
Weg geht?! Die innere Führung geschieht instinktiv über den Körper. Er tut in
jedem Moment das richtige: er geht, er steht, er sitzt oder er liegt, er bewegt sich von hier
nach dort – er ruht, er richtet sich auf, er ist still oder er äußert sich.
Ganz einfach. Das geschieht alles instinktiv, ohne den kontrollierenden Verstand. Wie beim Esel. Von ihm werden wir durchs Leben getragen. Der Esel
ist hier ein Symbol des Körpers. Er ist der Träger unseres Bewusstseins, unserer Gedanken und Gefühle. Er trägt uns sicher durchs Leben.
Die Frau erkennt: Die Wende und erlösende Befreiung kommt durch die Wiedereinbeziehung des Esels, ihren vitalen Lebensgefährten, und nicht durch den im Hinterhof abgestellten Drahtesel. Der in seinen Äußerungen unterdrückte Lebensgefährte
hat plötzlich die Kraft, sich lautstark mit der ihm eigenen Stimme zu äußern.
Hinter der Stimme steckt so eine gewaltige Kraft, dass sich das gebundene Tuch
löst – und damit auch die dahinter verborgene Vorstellung, er habe ihr nichts
zu sagen.
Was der Frau fehlt, ist die rechte
Einstellung zu ihrem Körper und zum Weg. Die Taube übermittelt hier die
Botschaft des Friedens zwischen der Frau und ihrem Körpergefährten, dem Esel,
der sie durchs Leben führt. Einsicht, tiefe Reue und Mitgefühl lösen heftige
Reaktionen im Körper der Frau aus. Sie schluchzt: Eigentlich will sie die
Sprache ihres Körpers verstehen, möchte seiner Stimme vertrauen können in jeder
Situation.
Die Botschaft der Taube
Spontan fallen ihr noch zwei Träume ein, in denen die Taube über die Kraft der
Verwandlung verfügt. Die Taube symbolisiert die Kraft, die einem Wesen, einem Projekt oder einem Problem Flügel verleiht und ihm damit zum Aufstieg auf eine höhere Ebene verhilft. Die Träumerin erzählt von der Bedeutung des spirituellen Weges, der für sie mit dem Aufsteigen und Leichtwerden zusammenhängt, dem Abwerfen von Ballast, zu dem aus
ihrer bisherigen Sicht eben auch das Körperliche gehört.
Im Gespräch wird der Frau klar, dass ihre jetzige scheinbar festgefahrene
Lebenssituation keine existenzielle Bedrohung für sie beinhaltet, sondern eine
Chance ist, an dieser spirituell zu wachsen und dazu gehört auch die
Verfeinerung ihrer Wahrnehmung für die Bedürfnisse und Äußerungen des Körpers.
Die Botschaft der Friedenstaube hat sie mit nach Hause genommen. Sie schenkt
ihr Kraft und Ausdauer sowie die Gewissheit von Bedeutung und Sinn ihrer
eigenen Situation. Und eine neu entdeckte Liebe nimmt sie auch mit nach Hause –
die Liebe zu ihrem Körpergefährt(en) im Symbol des Esels, dessen Wirklichkeit
und Weisheit sie am eigenen Leibe erfahren darf.
Dies ist ein Beispiel für die lebendige Wandlungs- und Erkenntniskraft von
Symbolen – hier den Traumsymbolen und den SABISCHEN SYMBOLEN – wenn wir uns für sie öffnen und die
richtige (d.h. angemessene) Stellung ihnen gegenüber einnehmen
* Dane Rudhyar Astrologischer Tierkreis und Bewusstsein
Eine Interpretation der 360 Tierkreisgrade
Kailash Buch, Verlag Hugendubel, 1993
Mein Rat an alle Therapeuten und psychologisch geschulten Helfer: Jeder gute Therapeut sollte neben der Traumdeutung auch die astrologische Symbolsprache beherrschen und für seine Therapie eine Kombination beider Methoden anwenden.
Die meisten Menschen sind wie ein fallendes Blatt, das weht und dreht sich durch die Luft, und schwankt, und taumelt zu Boden. Andre aber, wenige, sind wie Sterne, die gehen eine feste Bahn, kein Wind erreicht sie, in sich selber haben sie ihr Gesetz und ihre Bahn.
(Siddhartha, Hermann Hesse)
Spielen wir doch wieder. Lassen wir den »Zufall« geschehen. Zufall ist das, was uns zufällt, wenn wir offen sind für den Strom der Ereignisse und Energien. Im Orakelspiel nehmen wir leicht und spielerisch Kontakt auf mit den archetypischen Strukturen in uns und außerhalb von uns. Auch das Lesen und Deuten der Symbole ist ein spielerisches Tun, das leicht ist und Freude macht. Im Orakel werden der Fragende, das Orakel und die Antwort des Orakels ein lebendiges Ganzes. Diese Leidenschaft kennt jeder Spieler, das Mitgerissenwerden von der Energie des Spiels. Es ist wie das Mitgerissenwerden vom Strom des Lebens.»Ich bin das Würfelspiel. Ich bin das Selbst, das im Herzen alles Seienden sitzt. Ich bin Anfang und Mitte und Ende aller Lebewesen. ich bin Vishnu, die Strahlende Sonne unter den glänzenden Leibern.«
Neumond in der Waage 7.10.10 20:45 h MESZ für Brilon (NRW)
Schon seit drei Tagen und Nächten bewegt und inspiriert mich das Symbol des Kreises und des Gehens im Kreis. Als Symbol der Ganzheit ist der KREIS die Figur, die am vollkommensten auf eine Mitte bezogen ist. Was sich in einem Kreis befindet, gehört zusammen. Alle Personen eines Kreises, einer Gruppe von Menschen, richten ihr Interesse und damit ihre psychische Energie auf den gleichen Gegenstand, konzentrieren sich auf einen gemeinsamen Mittelpunkt, ein zentrales Thema, um das sich alles „dreht“ (ich denke an die Sufis).
Welche Möglichkeiten habe ich, im Kreislauf des Lebens meinen Weg zu finden und zu gehen?
In einem meiner zahlreichen Kreis-Träume erhielt ich im Stück „Traum-Weisheit“ den Hinweis, dass die Psyche sich „rotundrische“ Situationen schafft , das heißt kreisrunde Zustände à la Uroboros, wo Anfang und Ende zusammen fallen… wo der letzte Buchstabe des Welten-Wortes zugleich die Initiale des neuen Wortes ist… wo die Tonsur auf dem Kopf exakt den gleichen Durchmesser hat wie der Sonnenkreis…