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Sonntag, 29. November 2015

Der Schleier der Isis 20° Skorpion



Der Neumond vom 11.11.2015 aktiviert den Punkt 20° Skorpion (230. Grad im Tierkreis) mit dem Sabischen Symbol[1]
 
„Eine Frau zieht zwei dunkle Vorhänge am Zugang zu einem geheiligten Pfad auf.“

Der 20. Grad, mit dem das zweite Dekanat des fixen Wasserzeichens endet, ist erfahrungsgemäß ein schwieriger und kritischer Grad mit einer Mars/Pluto-Prägung (Hilble). 

Als Gruppenschicksalspunkt (Döbereiner) ein Mond/Pluto: leidenschaftlicher Ausbruch tief verdrängter Inhalte; Durchbruch innerer Bilder, die nach Gestaltung drängen; intensives Wahrnehmen unbewusster Botschaften; Urängste u. Kindheitstraumata brechen durch; die Befestigungsdämme der Vernunft werden eingerissen - der Schleier weggerissen.

Gebären, Fortpflanzen und Sterben sind in vollem Gange – vor Jahrhunderten und Jahrtausenden ebenso wie jetzt und in der Zukunft. Doch an diesem Punkt wird eine schöpferische Wirklichkeit geboren, ein neuer Archetyp, das neue Urbild des Menschen, dessen Zeit nun gekommen ist: der Sohn Horus, das Kind von Isis und Osiris. Wenn die menschlichen Bindungen dieses Urerlebnis des Gebärens nicht zulassen oder verhindern wollen, kommt es zu einem leidenschaftlichen Ausbruch aus dem alten Milieu - auch aus dem alten ideologischen und geistigen Milieu. Das ist das schöpferische Potenzial des letzten NEUMONDS vom 11.11.2015.

Johann Hilble[2] beschreibt diesen 20. Skorpiongrad als 
„Punkt mit Urenergie, oft radikal, umwälzend bis unmenschlich“, der zu einer „Begegnung mit den Leichen im eigenen Keller“ führt. Ebenso als

„Metamorphosegrad; Leidenschaftspunkt; Stirb- und Werdeprozess;
karmische Öffnung; schicksalhafter Zwang;
Affinität zu Ereignissen mit schockierendem Charakter;
Urängste steigen (wieder) auf;
Chance zur Befreiung von alten Zwängen;
Opferungsthematik des Individuums zugunsten der Erhaltung der Art;
schwarze Magie (‚Hexenpunkt’)“.

Die Aktivierung dieses karmischen Öffnungspunkts bringt noch in der Neumondphase (zwei Tage später) die Gewalttaten einer ganz anderen ISIS ans Licht, einer Terror-Organisation, die sich Islamischer Staat nennt und nur aus männlichen Kriegern und brutalen Mördern besteht. Keine Spur von der müttlerlich-liebenden altägyptischen Göttin. Zeigt die Göttin ihr anderes dunkles Gesicht, spiegelt sie nur unseren projizierten Schatten wider, oder wollen sich die unreifen Muttersöhnchen mit diesen Gräueltaten von ihren leiblichen Vätern und deren Indoktrinationen befreien und an die Stelle der alten Ideologien ihre eigenen etablieren?

Die selbst ernannten ISIS-Söhne verachten das Leben und das Weiblich-Mütterliche; sie verachten ihre Ursprünge und stürzen sich ohne inneren Halt in den gefährlich rasenden Fluss der Beschleunigung unserer Zeit. Mit Macht und Gewalt wollen sie den männlichen Geist in die Erde rammen. Sie setzen das Werk der Väter fort und morden die Mütter. Dann morden sie die Väter und schließlich die eigenen Brüder und sich selbst. Das Sterben greift um sich. Trotz aller äußeren Gelehrsamkeit und Bildung ist der innere Mensch leer und unerfüllt. Ihm fehlen die göttlichen Urbilder des ursprünglichen Zusammenhangs. Wenn der Schleier des äußeren Götzentums zerreißt – was bleibt dann?
Innere Zerrissenheit?
Sinnlosigkeit?
Nihilismus?

Brauchen wir diese Erfahrung, um wieder zur ursprünglichen Heiligen Lehre zu finden, zum Archetyp des ursprünglichen Menschen und zum lebendigen Mythos von Osiris und Isis, der in uns lebt und durch uns wirkt?

Wie unreif, wild und unmenschlich diese Horde irregeleiteter „Isis-Söhne“ uns auch erscheinen mag, sie sind ein verzerrtes Bild der lange unterdrückten, verdrängten, schöpferischen Geisteskräfte, die mit aller Macht die alte Weltordnung kalter Unmenschlichkeit und Härte zerstört, um die wahren Bedürfnisse der Menschenseele ans Licht und ins Bewusstsein zu bringen.

Kriege, Töten und Morden waren und sind weiterhin an der Tagesordnung – nur nicht mehr so fern wie im Fernsehen, sondern nah und näher. Das Unmenschliche, der Brudermord, kriecht unter die Haut und geht uns an – wo wir doch alle eine Vision oder zumindest eine Ahnung von der Verbrüderung und Ebenbürtigkeit aller Menschen haben… doch vor der Hinterfragung unserer Motive bis in den letzten Winkel drücken wir uns. Ein bisschen mehr Angst, Schrecken und Terror und ein bisschen näher als nur im „fernen Osten“ – und schon wachsen die nationalen Egodrachenhälse gleich meterweit in die Höhe, beharren auf mein und dein, bauen ihre Mauern höher, rüsten auf, schießen schärfer und verbrüdern sich untereinander, um den „bösen Feind“ da draußen gemeinsam auszurotten. Dabei schießen sie nur auf ihren eigenen Schatten, töten sich selbst und ihre eigenen Brüder, fallen zurück in primitive Verhaltensweisen. Der Feind ist in ihnen; der Feind ist in uns. Da sind die Urbilder unserer Märchen und Mythen wesentlich gehaltvoller!

Man könnte beinahe glauben, das Leben der Welt und die Beschäftigung der Menschen bestehe nur aus dem Jagen und Fangen von Feindbildern, die als Schatten auf Wände und Vorhänge geworfen werden. Jeder Ball, den wir auf diese Schattenziele werfen, die an bestimmten Objekten haften, kommt zu uns zurück – in derselben Dynamik und Absicht, mit dem wir ihn geworfen haben.

Der Feind tritt immer dann in Erscheinung, wenn es an der Zeit ist, ihn zu lieben.

Ich erinnere mich an das Feindbild Osama Bin Laden im Zusammenhang mit dem 11.9. 2001. Fünf Wochen v o r dem Attentat auf das WTC bin ich im TRAUM (4.8.2001) auf einem Botschaftsball und tanze einen Tanz nach dem anderen mit meinem neuen Geliebten, dem ägyptischen Staatspräsidenten, der aber aus Saudi-Arabien stammt und gar nicht wie der ehemalige Präsident Nasser aussieht … Ein paar Tage nach dem Anschlag sehe ich das Foto von Osama bin Laden in der Zeitung mit genau den Beschreibungen und Informationen, die ich im Traum über ihn und seine Angehörigen erhalten habe. In seinem Bild erkenne ich sofort meinen Traumgeliebten wieder und bin im ersten Moment total verwirrt wegen meiner tiefen und starken Sympathie.

Ich tanze also mit dem Feindbild der ganzen Welt – schon Wochen vor seiner öffentlichen Deklaration als solcher! Ich sympathisiere im Innern mit einem Terroristen und einem mächtigen Archetypen. Durch die Liebe zu ihm wandelt sich das Feindbild in das des Geliebten. Wir träumen vom Feind, wenn es Zeit wird ihn zu lieben.

Dabei könnte der Tanz mit dem Feindbild auch lehrreich sein und mit der Erlösung und Entzauberung des Bösen enden – wie im Märchen „Die Schöne und das Biest“. Doch dazu müsste der Mensch seelisch rein sein und lieben können. Das kann er erst, wenn er sich selbst bis auf den Seelengrund erforscht und gewandelt hat. Er wird alles in sich selbst entdecken, was er dem „Anderen“ anhängt oder angehängt hat. Im Bild des karmischen Ausgleichs fällt der eigene Schatten zurück auf den Urheber.

  
Das Mysterium von Tod und Wiedergeburt als Heilige Lehre

Im Zeichen Skorpion geht es um das Mysterium von Tod und Wiedergeburt, um den Transformationsprozess des Stirb und Werde in den niederen Körpern des Menschen. Tod und Geburt bzw. Wiedergeburt gehören zum Mysterium des Weiblichen, das nicht nur von Frauen erlebt wird. Alles Leben kommt aus den Urwassern und seinem dunklen Schoß.

Jeder Mensch hat Erinnerungen an den dunklen Ort und Zustand, den wir „vorgeburtlich“ nennen – wenn er auch den meisten von uns unbewusst ist. Der schöpferische Akt – die Zeugung, Befruchtung und das Heranwachsen eines neuen Menschenkinds im Leib der Mutter oder der Erde – vollzieht sich im Dunkeln und Unbewussten. Mit der Geburt erscheint das neue Menschenkind auf der Erde, und beim Tod verschwindet das individuelle Leben wieder aus der Sichtbarkeit.

Verlässt ein schöpferischer Gedanke (scheinbar) die geistige Welt und begibt sich zum Zwecke der Verwurzelung (Einpflanzung) mittels der Seele in die Erde, umgibt sich der Geist mit einer dichteren Schwingung und legt den so genannten Schleier der Natur (Maya) an. Der Archetyp Mensch nimmt eine Form an. Beim Sterben befreit sich der Geist von der geliehenen Form, legt das irdische Kleid ab und steigt mittels der Seele wieder hinauf in die himmlischen Sphären, in denen er ebenfalls seit Anbeginn der Schöpfung „eingepflanzt“ oder verwurzelt ist.

Für den Vorgang des zyklischen Kommens und Gehens[3] werden viele Metaphern bebraucht, so auch das Bild eines Durchgangs, einer Verbindungstür oder Pforte zwischen Jenseits (Himmel) und Diesseits (Erde). Wenn die Menschenseele die geistige Welt verlässt, wird sie im Irdischen geboren und willkommen geheißen. Verlässt sie die irdische Welt durch dieselbe Tür, wird sie von den Hierbleibenden verabschiedet – sie „stirbt“ für die Welt – und wird in der geistigen Welt wiedergeboren. So verhält es sich auch mit dem Vorhang, der Zusammengehöriges trennt und in zwei Seiten spaltet – in ein Vorher und ein Nachher, in Hier und Dort, Inneres und Äußeres, Ich und Nicht-Ich, Sichtbares und Verborgenes.  


Schöpfung als Fortdauer (Sein) und Entwicklung (Werden)



Das Verlassen und die Trennung sind nur scheinbar. Es gibt nur eine Welt, einen Raum. Es gibt keine Trennung von Himmel und Erde, Geist und Materie. Auch der irdisch erscheinende Mensch als Mann oder Frau ist und bleibt innerlich verbunden mit dem Archetyp Mensch, dem höheren Menschen des Ursprungs, der als Urbild das Ganze ist: Vater, Mutter, Sohn und Tochter. Der ganze Mensch ist im Irdischen wie im Himmlischen verwurzelt. Er ist ein Kind von Himmel und Erde und trägt das Archetypische von Yang und Yin in sich.

Einerseits ist der Archetyp Mensch seit Anbeginn der Schöpfung eine vollkommene Schöpfung in Einheit mit dem Schöpfer, kann sich als solche ständig neu erschaffen und sorgt auf diese Weise für einen andauernden Schöpfungsprozess. Andererseits geschieht mit dem SEIN auch das WERDEN, die Entwicklung, wenn der Mensch nach erfolgter Individuation die verstreuten Einzelteile wieder einsammelt und zum Ganzen zusammenfügt. Hiermit beginnt der Mensch in seinem Kindstadium des Geistes. Er ist Kind mit einem schöpferischen Potenzial unentfalteter Möglichkeiten, das alles noch vor sich hat und zu dem heranreift, was es bereits vom Ursprung her ist: ein Sohn oder eine Tochter des Himmels und der Erde – sprich ein ganzer Mensch.

Die Bestimmung des irdisch erscheinenden Menschen kann demzufolge nur sein, das ihm eigene innere Urbild als Sohn oder Tochter von Himmel und Erde zu verwirklichen. Er darf sein volles schöpferisches Potenzial entfalten und bedingungslos aus ihm schöpfen, sich bewusst wieder mit den göttlichen Ursprungskräften vereinen. Obwohl seit Ewigkeiten auf der Seinsebene mit dem Archetypus vereint, ist er auf der Entwicklungsstufe ein Kind des neuen, in ihn eingepflanzten Urbilds. Er ist sich der schöpferischen Anlagen seiner Ganzheitlichkeit noch nicht bewusst, ebensowenig der damit verbundenen Mündigkeit und Verantwortung. Die meisten Menschen sehen sich als Anhängsel und Produkt ihrer leiblichen Eltern und sind es auch; sie leben nur eine Hälfte ihres Daseins, die Verwurzelung im Irdischen. Zu den Urbildern (Archetypen) im Inneren und seinem schöpferischen Potenzial, sich selbst zu erneuern, hat der äußere Mensch keinen Kontakt, sehnt sich aber unbewusst danach.

So wie es äußere, leibliche Eltern gibt, gibt es Vater und Mutter auch als Archetypen im inneren, ursprünglichen Bereich des Menschen. als innere geistige Urgestalten. Es sind Himmel und Erde oder Yang und Ying. Sie entsprechen den zwei großen schöpferischen Urströmen im Menschen, dem Geist des elementaren und biologischen Lebens (Erde) und dem Leben des Geistes (Himmel). Geistig im Sinne von ursprünglich-archetypisch sind sie beide.

Hinter den Vorhang schauen

Aktiviert durch den aktuellen Neumond ist es also für die Menschheit an der Zeit, den Schleier zu lüften und auch das Hintergründige, Unsichtbare und bisher Unbewusste zu integrieren. Wenn es an der Zeit ist, ist der Mensch auch vorbereitet oder er wird durch das Geschaute und Erlebte vorbereitet.

Es heißt in den antiken Mysterien: Wenn ein sterblicher, das heißt ein unmündiger, unerwachter Mensch den Schleier der Natur (Isis) lüftet, wird er vom Geschauten so schockiert sein, dass er stirbt oder als Geistesgestörter den Tempel verlässt. Es kann aber auch vorkommen, dass ein neurotischer oder gemütskranker Mensch gerade durch die negativen, erschütternden Erlebnisse gesund wird oder seine Lebensweise radikal (an der Wurzel!) ändert.

Unserem täglichen Leben fehlt eindeutig die lebendige Beziehung zu unseren geistigen Ursprüngen. Es fehlt die bewusste Beziehung zu den Urbildern. Auch wenn wir sie leugnen, leben, wirken und existieren sie – sowohl innen als auch außen. Es mangelt dem Menschen an tieferen und höheren Bewusstseinszuständen. Es mangelt an Selbsterkenntnis und vor allem am inneren Halt in dieser rasenden Zeit des Wandels und der Beschleunigungen.


Wie steht es mit unserer himmlischen und irdischen Verwurzelung, mit der Verwirklichung der inneren Urbilder von Vater und Mutter?  Sind wir uns bewusst, dass wir Götter sind? Sind wir uns unserer wahren Herkunft und geistigen Urbilder bewusst? Sind wir bereit, als Persönlichkeit und Individuum zu sterben – als Produkt unserer Rasse, unserer Kultur und leiblichen Ahnen – und das Urbild des schöpferischen Menschen zu verwirklichen?  


Im nächsten Eintrag untersuche ich das Bild der Isis – mit und ohne Schleier.
Sundra

 Alle Bilder (C) Sundra


[1] Dane Rhudhyar: Astrologischer Tierkreis und Bewusstsein, Hugendubel Verlag, München 1984
[2] Hilble, Johann: Faszination Geburtszeitkorrektur, Books on Demand ISBN 3831104042
 [3] Inkarnation (Fleischwerdung), Kreislauf von Tod und Wiedergeburt

Mittwoch, 11. November 2015

Neumond am 11.11.2015





Neumond am 11.11.2015 um 18.47 Uhr für Berlin/Deutschland
(Huber-Methode, Koch-Häuser, Aspektbild ohne Chiron-Aspekte)

Mit jedem Neuen Mond (Dunkelmond) melden sich die neuen Energien zuerst im Verborgenen – als unbewusste Antriebe und intuitive Impulse, als Drängen, Streben und Sehnen nach einer neuen Ausrichtung, einem neuen Betätigungsfeld oder Vorhaben. Wir freunden uns innerlich (das kann auch innenpolitisch sein) mit neuen Ideen an, probieren Neues aus, gehen freudig auf Herausforderungen zu, sind zu dieser Zeit besonders offen und empfänglich für Eingebungen, die sich in unserer psychischen und mentalen Struktur (Mond) verankern wollen. Denn die dunkle Mondin ist zu dieser Zeit das Gefäß (der See, die See-le), in das sich die geistigen Inhalte der Sonne ergießen, die dann an den ganzen Organismus und besonders an die Teile des Ganzen weiter geleitet werde, die dieser Kraft bedürfen.
Die Mondin als Erdbegleiter ist die »Dienerin der Erde« und erfüllt die zyklischen Bedürfnisse des Planeten. Sie verteilt die Saat-Ideen (Ideen-Samen) an die Organismen der Erde und an die Menschheit, die sich psychisch durch die vom Mond übermittelten Sonnenideen wieder regenerieren und neu aufladen.

Welche Erfahrungswerte wollen sich bei diesem SKORPION-NEUMOND in unserem Denken niederschlagen? Welcher neue oder längst vergessene Gedanke wird in unser Bewusstsein gepflanzt?

Sonne + Mond 20° Skorpion:

„Eine Frau zieht zwei dunkle Vorhänge am Zugang zu einem geheiligten Pfad auf.“

Wer denkt nicht gleich an die antiken Isis-Mysterien und den »Schleier der Isis«. Im ägyptischen Ort Sais hatte das Standbild der Athene, die man auch für Isis hielt, folgende Inschrift: «Ich bin das All, das Vergangene Gegenwärtige und Zukünftige, meinen Schleier hat noch kein Sterblicher gelüftet.» [1]
Mit diesem Satz offenbarte sich die ägyptische Göttin der Mysterien den Wahrheitssuchern (Mysten).
Nun darf der zweigeteilte Vorhang – das die Wahrheit verschleiernde duale Wissen der Maya –  aufgezogen werden und sich das offenbaren, was jenseits der Dualität und aller Diesseits-Erfahrungen liegt. Die mutige, für die Wahrheit empfängliche »innere Frau« (Mond, Venus), die dank ihrer ewigen Verbundenheit mit dem Geist (Sonne) die dualen Vorhänge öffnet und dahinter den EINEN heiligen Pfad entdeckt, ist die Seele. Hier schwingt INITIATION mit, das Urbedürfnis der menschlichen Seele nach Wiedergeburt und Überwindung des Todestriebs.

ISIS Urania ist die Hüterin der Mysterien und die Einweiherin in jedem Menschen. Sie öffnet auch den Weg zurück zur Einheit. Als große universale Mutter (Mond) ist sie identisch mit der Natur und der Materie. Als Urania (Waage-Venus) nährt und schützt sie den Geist. Im ägyptischen Mythos steht sie immer hinter Osiris. Sie ist der Schleier der Maya, der die Wirklichkeit des Geistes hinter der Fassade des Alltagslebens verhüllt. Darum kennt sie auch den Weg zurück aus der Verstofflichung. Sie weist den Weg nach innen in das innere Heiligtum der Seele. Isis ist die Kraft im Innern, die niemals aufgibt und die mit ihrer Liebe den im Bleisarg des Körpers gefangenen Geist (Osiris) wieder belebt.

Wir befinden uns im tiefgründigsten Zeichen des Tierkreises, dem Skorpion. In dieser magischen Transformationsphase des »Stirb und Werde« trägt Isis den Skorpion auf ihrem Kopf und erscheint als ägyptische Skorpiongöttin Selket. Als mystische Heilerin und Magierin ist sie zugleich Schutzgöttin der Toten und des auferstandenen Lebens. Das Gift des dreizehngliedrigen Skorpions kann sowohl töten als auch heilen.
Mit dem Öffnen der dunklen Vorhänge verschwindet der Wahn der Dualität und mit ihm auch unser Bild von der Welt, von uns selbst und unserem Leben. Wer den Vorhang beiseite zieht, braucht eine gute Portion Mut und Unerschrockenheit, um seinem eigenen dunklen Bild ins Gesicht zu schauen: seinen Ängsten, seiner Habgier und seinem Egoismus sowie seinen vernichtenden Urteilen und moralischen Bewertungen, mit denen er sich selbst und anderen ständig Gewalt antut.

Während in der Münchner Rhythmenlehre dieser Neumondgrad von 20° Skorpion der Gruppenschicksalspunkt (GSP) von Mond-Pluto ist, für leidenschaftliche, extreme Gefühle, das Urerlebnis des Gebärens oder den Durchbruch innerer Bilder steht, beschreibt ihn Johann Hilble[2] als »Begegnung mit den Leichen im eigenen Keller«: Durch karmisches Öffnen oder unter einem schicksalhaften Zwang können Urängste aufsteigen und eine Affinität zu schockierenden Ereignissen auslösen. Es ist ein Tierkreisgrad der Metamorphose und des Stirb und Werde, der auch die Chance zur Heilung und Befreiung von alten Zwängen enthält.

Als nächstes möchte ich den KREBS-ASZENDENTEN, das Anlage-Potenzial untersuchen. Um welches Potenzial geht es (beim Neumond-Horoskop für Berlin/D)?

AS 5° Krebs:

„An einem Bahnübergang wird ein Automobil von einem Zug zermalmt.“

Dies ist der einzige Tierkreisgrad der Sabischen Symbole, dessen Erfahrungswerte negativ geschaut worden sind. An diesem Punkt der Entwicklung hat der kollektive Zug Vorrang vor dem Weg des Individuums. Denn bei 1° Krebs, dem Punkt der Sommersonnenwende, nimmt die lichte Yangkraft (das Individuelle) wieder ab und die dunkle Yinenergie (das Kollektive) nimmt zu. Kollektive Entwicklungsschübe und -züge gehen jetzt vor. Wer sich als Einzelner oder als isolierte Gruppe querstellt in dem Glauben, sein individuelles oder nationales Eigeninteresse habe jetzt Vorrang, muss mit schmerzhaften Korrekturen rechnen.

Rudhyar[3] deutet die Erfahrung auf diesem Tierkreisgrad als karmische Wiederanpassung. Gezeigt werden die tragischen Resultate, die mit einiger Wahrscheinlichkeit folgen, wenn sich das Denken des Individuums leichtsinnig bis rücksichtslos gegen die Macht des kollektiven Willens oder die evolutionäre Entwicklung stellt. Positiv gedeutet, kann das Wissen um diese ausgleichende Energie die Fähigkeit beeinflussen, alle Erfahrungen schöpferisch neu zu gestalten (siehe Sonne, Mond, Merkur im 5. Haus)  

Als Gruppenschicksalspunkt von Mond-Neptun (5° Krebs) beinhaltet dieser Grad die Angst vor Geschlechtskonkurrenz, geschlechtlicher Unterlegenheit und seelischer Fremdheit (Nichtzugehörigkeit) in der Gruppe. Das mangelnde Selbstwertgefühl als Mann oder Frau ist mit großer unbewusster Lebensangst verbunden. Die Angst ist sehr tief sitzend und zeigt sich immer dann, wenn man sich selbst, sein ureigenstes Empfinden und seine eigene Wirklichkeit leben will. Dann meldet sich der unbewusste Todestrieb und sorgt für eine Selbstausschaltung, eine Unterwerfung oder Niederlage. Dieser tief sitzenden Lebens- und Entscheidungsangst müssen sich auch die Menschen dieses Landes stellen und sich fragen, in welchem Maße sie sich von fremden oder falschen Führungskräften haben bestimmen bzw. regieren lassen. Was hat es mit der individuellen Selbstbestimmung in diesem Land auf sich? Ist diese Regierung wirklich souverän? Kann sich jeder frei entfalten?
Jeder Mensch hat sich selbst zu erforschen und ist nur sich selbst und seinem Gewissen gegenüber verpflichtet. Kommt es zu einer evolutionären Krise, müssen auch die von Menschen gewählten Regierungskräfte infrage gestellt, auf ihren Gehalt und ihre innere Wahrheit untersucht werden. Schattenkabinettchen und geheuchelte Volksvertreter werden dann geopfert werden müssen.

Die Angst des Einzelnen vor Unterlegenheit im eigenen Revier, vor Konkurrenz und Artfremdheit in der eigenen Gruppe oder dem eigenen Land hat tiefgründige Ursachen. Sie liegt in der Spaltung von Mensch und Menschheit in ein Ich und die anderen, in mein Land und dein Land, in meine Kultur und die der anderen. Individualität wird möglich durch Abgrenzung von der Masse, durch das Errichten von Grenzen und den Schutz der eigenen Art. Doch darf das Individuelle nicht zu weit getrieben werden – sonst zerstört es sich selbst. Werden in der Überbetonung des Individuellen die innere Wahrheit und das Menschliche ausgeklammert, so dass jeder mit sich selbst und seinen Nachbarn im Streit liegt oder seine eigene Scheinwelt für verbindlich erklärt, muss diese Fehlentwicklung korrigiert werden. So verlangt es  das kosmische Gleichgewicht. Weder einzelne Personen noch Länder, Staaten und Regierungen sind davor gefeit. Die Menschheit ist ein Ganzes, alle Menschen haben die gleichen Bedürfnisse und Sehnsüchte, haben ein Recht auf Leben und Lebensgestaltung.

Das Andersartige von Sprache und Lebensweise der Menschen ist bedingt durch die lokale Kultur und die rassische Tradition. Dahinter liegen jedoch als Grundlage die allgemeinen menschlichen Werte, die allen gemeinsam sind. Hinter der Verschiedenheit leuchtet der kosmische oder planetare Mensch hervor, der seinen Brüdern die Hand reicht, der keinen Unterschied zwischen Mensch und Mensch macht. Wer heute diese Tatsache ignoriert, befindet sich zur falschen Zeit am falschen Ort. Das geeinte Europa ist ein Fake, solange die Regierung eines Landes selbst uneins und fremdbestimmt ist, solange im eigenen Lande Parteienwirtschaft und Eigeninteressen vorherrschen und es keine Dreiheit von fähigen Regierungskräften gibt, die ein gemeinsames Ziel und Konzept verfolgen.

Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient, die eine Entsprechung zu den Grundeigenschaften seiner Seele hat. Die BRD und ihr Volk muss sich mit alten Identitätsängsten herumschlagen, mit Duckmäusertum und Unterlegenheitsgefühlen.

Wohin führt diese Erfahrung karmischer Wiederanpassung?


Deszendent 5° Steinbock:

»Indianer auf dem Kriegspfad. Einige rudern ein gut besetztes Kanu, andere vollführen einen Kriegstanz.«

Zu einer Begegnung mit aggressiven Energien im eigenen Inneren sowie im Außen… zur Mobilmachung physischer und emotionaler Energien – vielleicht nach einer Provokation oder Resignation. Das Symbol zeigt eine äußerst dynamische Situation der amerikanischen Ureinwohner. Allen indianischen Völkern ist der Respekt von Mutter Erde und die Erkenntnis des Geistes im Alltag gemeinsam. Der Krieger steht bei einigen Stämmen (nicht bei allen) in hohem Ansehen – nicht wegen der Gewalttätigkeit sondern wegen seines Mutes. Für einige zählte es mehr, seinen Feind zu berühren und zu achten als ihn zu töten. Während weiße Amerikaner, die sich selbst für zivilisiert und die Indianer als Wilde ansahen, dieses edle Volk fast völlig ausgerottet haben (sie nennen es stolz »Eroberung«), sehen andere Menschen diesen Akt als eine furchtbare Tragödie an.

Das Bild zeigt einen Indianerstamm, der sich für den Krieg entschieden hat. Die Gruppe ist sich einig und erneuert in diesem Ritual ihre Stammeskraft, mobilisiert alle Energien. Sie sind bereit für die Auseinandersetzung mit ihrem Feind oder Aggressor. Bezogen auf das Potenzial des ängstlichen und unterdrückten Volkes (AS 5° Krebs) werden uns in diesem Bild die mutigen Anlagen einer Menschengruppe gezeigt. Im Symbol der Wintersonnenwende (1° Steinbock) fordert ein Indianerhäuptling Vollmacht vom versammelten Stamm. Es geht hier um die Fähigkeit des Menschen zu höchstem Bewusstsein, zur vollen Verantwortung für sich selbst und das ganze Land (den Stamm). Er erhebt Anspruch auf Autorität und das Amt eines obersten Hauptes oder Häuptlings. 
Das Kapital ist die Gruppenenergie, die Energie des Volkes und das, was durch die Mitarbeit des Volkes erreicht worden ist. Es ist eine Tatsache, dass dieses Kapital zum größten Teil für die Rüstung und den Tod vergeudet wird. Es ist ebenfalls eine Tatsache, dass der einzelne Mensch wie auch die Gruppe ein starkes Verlangen hat, sich selbst zu bewähren und nach neuen Erkenntnissen und Bewährungsproben verlangt – mögen sie nun positiv oder negativ empfunden werden. Die Betonung des Symbols auf 5° Steinbock liegt in der Gruppenaktivität. Eine Gruppe von Menschen (ein Volk) erkennt ihr gemeinsames Potenzial. Sie rüstet sich aus, legt den Gürtel der Kraft an, richten ihre gemeinsamen Energien auf ein gemeinsames Ziel aus.


Die Flüchtlinge, die jetzt in dieses Land einwandern, haben diese Kraft, den gemeinsamen Willen und den Mut des Ganzen, der sie befähigt, ihre alte Heimat und alles Vertraute zu verlassen. Um beim Symbol Kriegstanz und Kanus zu bleiben: Die vor dem Tod und dem Krieg flüchtenden Menschen benutzen Boote und Schiffe. Sie benutzen das WASSER, um fortbewegt zu werden. Wasser es ist die gemeinsame Gefühlsreaktion, die ihnen Mut und Antriebskraft für diese grundlegende Veränderung verleiht.

Das Volk (Krebs, Mond) und die Regierenden (Steinbock, Saturn) werden angesichts dieser extremen Gefühlslage eine Entscheidung treffen müssen. Wie werden sie dem scheinbaren Feind in sich selbst und im eigenen Land begegnen? Wollen sie ihn in einer äußeren Machtdemonstration bekämpfen, aussperren oder erobern, wobei sie sich nur selbst bekriegen und schwächen können und wieder nur die Anpassung und Fremdbestimmung wählen? Oder werden Volk bzw. Regierung den Mut haben, sich selbst zu führen, selbstbestimmt zu handeln und ihre Energien in der anstehenden Krise zu vereinen?

Das dynamische Symbol am DS fordert jeden Mensch auf, sein gesamtes Energiepotenzial zu mobilisieren, zu sammeln und sich vom gemeinsamen Willen des Ganzen auf ein gemeinsames Ziel hin zu bewegen. Es können auch die Energien des Neumond-Horoskops sein. Die führenden geistigen Kräfte der oberen Horoskophälfte sind URANUS, NEPTUN und PLUTO. Uranus im Widder und Neptun in den Fischen stehen stark im 10. Haus der Bestimmung und Gesetzgebung (Regierungsoberhaupt, Autorität, Führungskraft, höchstes Bewusstsein). Zum kriegerischen Potenzial schauen wir auf den Mars.

Der Mars auf 30° Jungfrau

»Völlig hingegeben der Vollendung seiner momentanen Aufgabe, ist ein Mensch taub gegen jede Verlockung.«

Mars als exoterischer Herrscher von Widder ist die persönlichste Energie des Handelns, die Kraft der Mobilisierung, des Streitens, der Durchsetzung von Entscheidungen und Entschlüssen. Im 4. Haus bewirkt der Mars seelischen Aufruhr - doch auch eine Hab-acht-Stellung. Wie ein Wachhund, der Haus und Hof und die ganze Familie gegen Angriffe beschützt, ist er hellwach und jederzeit kampfbereit. Mit seinem feinen Instinkt spürt er, was die Seele wirklich braucht. Das Handlungspotenzial MARS und damit auch die Streit- und Entscheidungsmacht befinden sich unter der geistigen Obhut von URANUS im WIDDER und damit unter dem höheren Auftrag der MUTATION.

Der lange grüne Denkaspekt (Quinkunx) zum Neptun scheint die Handlungs- und Entscheidungskraft des Mars auf der äußeren Ebene vorübergehend zu lähmen. Nach der Hochzeit des kriegerischen Mars mit der friedliebenden Venus in der Jungfrau auf dem Punkt des Nördlichen Mondknotens beim Übergang von Jungfrau nach Waage (bzw. umgekehrt) liegt hier eine überpersönliche gewichtige Entscheidung an. Unter der Obhut des größeren kosmischen Lebens und des befreienden Potenzials von Uranus kann der Mensch / die Gesamtheit des Volkes / die Menschheit als Ganzes den Schleier der Maya lüften, die Illusion besiegen und den geistigen Pfad beschreiten.
Auf dem Tierkreisgrad der Tagundnachtgleiche (30° Jungfrau / 1° Waage) steht der geistige Anwärter vor dem Tor der heiligen Pyramide oder des heiligen inneren Tempels. Er ist an dieses eine Ziel hingegeben und völlig konzentriert. Für einen Moment mag er schwanken, sich einer Erinnerung hingeben oder zögern. Doch er weiß, es gibt nur diesen einen Schritt für ihn – nach vorne auf eine neue Ebene von Bewusstsein. Dies ist der Endpunkt der Individualisierung. Was darüber hinaus geht, wirkt sich zerstörerisch für den Einzelnen aus.


Was ist die Bestimmung, das Ziel und der Sinn dieser karmischen bzw. evolutionären Krise?



Der Tierkreisgrad des MC ist 29° Wassermann:

»Ein Schmetterling schlüpft aus.«

Eine notwendige radikale Metamorphose liegt an, eine ganz neue Einstellung zu allem, was unser Leben ausmacht und was uns im Leben oder als Leben begegnet… Dies ist nur möglich vor dem Bewusstsein, dass alle Menschen Brüder sind… dass die Menschheit ein Ganzes ist.

Auch hier schwingt Initiation und Transformation mit (wie beim Neumond-Grad), die Verwandlung von der kriechenden Raupe zum fliegenden, farbenprächtigen Schmetterling, dem Symbol der befreiten Seele. Diese vollendete Form ist das Ziel der Individualität und alles individuellen Strebens. Der Verwandlungsprozess setzt den Tod der alten Persönlichkeit voraus, das Sterben des Ichs mitsamt seinen alten Verhaltens- und Reaktionsmustern. Jeder Mensch hat die Möglichkeit, an einem höheren Bereich der Evolution teilzuhaben, nachdem er aus seinem kritischen Übergangszustand der METAMORPHOSE ausgeschlüpft ist. Mit dem Eintritt in ein erweitertes Bewusstsein erfährt der Mensch sein wahres Menschsein, seine Reinheit und Einheit mit dem Geist. Dank des schöpferischen Potenzials in seinem innersten Kern hat er jederzeit die Möglichkeit, sich zu erneuern.

Was liegt dieser notwendigen Verwandlung zugrunde?



IC 29° LÖWE:

»Eine Meerjungfrau steigt aus den Wellen empor, bereit zur Wiedergeburt in menschlicher Gestalt.«

Wofür kann die Meerjungfrau stehen? Für unbewusstes /verborgenes Verlangen oder Sehnsucht nach einer dauerhaften Form… Für eine große Liebessehnsucht aufgrund von Sehnsucht und Liebesleid… Für eine verzauberte oder noch unreife Anima (weiblicher Seelenanteil), die sich nach Verwandlung, Erlösung und Liebe sehnt? Ein noch unfertiges, seelisches Potenzial drängt nach Vervollkommnung und Gestalt. Es handelt sich um ein vormenschliches weibliches Bewusstsein, symbolisch gezeigt als Meerjungfrau mit einem Fischschwanz, eine Sehnsucht nach Menschwerdung und Ganzwerdung als Frau. Im Märchen kann die Frau des Meeres (siehe Mond-Neptun-Anlage GSP 5° Krebs) dies nur durch die Liebe eines Mannes. Es ist keine Lösung für den Mann (Geist, Wille), der schönen Melusine (Anima, Seele) auf den Meeresgrund zu folgen, denn dafür würde er sein Bewusstsein, seinen Willen und seine Selbstbestimmung opfern müssen. Und das noch unfertige weibliche Seelchen (die Anima, Venus) kann als Wasserwesen nicht in der oberen Geistwelt des Menschen leben – es sei denn, sie stirbt in ihrer alten Gestalt. 

Die Gefahr für den Mann-Anteil des Menschen (Animus, Wille, Tatkraft) besteht darin, dass das Idealbild des Weiblichen (Anima, Seele) auf der Illusionsebene stecken bleibt und er sich in Gedanken und Gefühlen verliert, statt seine gesamten psychischen und mentalen Energien zu bündeln, um die Illusion der Materie, der Zeit, des Denkens und seiner eigenen Person zu besiegen. In dem Sinne, wie er (der Mensch) seine männlichen Fähigkeiten, wie Entschluss- und Tatkraft, Unterscheidungsvermögen und Zielstrebigkeit verwirklicht, reift er vom Jüngling zum Manne. Und aufgrund seiner ungebrochenen Liebe zum Idealbild seiner inneren Frau (Seele) geht auch diese durch einen notwendigen Reifungsprozess und Gestaltwandel hindurch, erhält eine menschliche Gestalt und die Gewissheit einer unsterblichen Seelenverbindung mit dem männlichen Seelenanteil, dem Animus.

Es ist das innere Drängen nach einer gefestigten Bewusstseinsform der Liebe, nach der Fähigkeit, wahrhaft menschlich zu sein, das heißt in liebender Anteilnahme zu fühlen, zu denken und zu handeln. Da sich die Menschheit als Ganzes bis heute noch nicht auf der Bewusstseinsstufe eines kosmischen oder planetaren Menschen befindet – Kriege, Gewalt, Waffen und ein Bewusstsein der Spaltung in mein und dein ziehen sich über den ganzen Planeten – erhält sie nun die Chance dazu. Liebe, Unschuld und die Reinheit des Herzens haben sich zu bewähren. Und es gibt in dieser Zeit weiß Gott genug Gelegenheit dazu – vor allem in Deutschland mit seinem Thema der Flüchtlingskrise und der großen Welle von Empfindungen, die die hereinströmende Menschenflut auslöst.

Die Seele des Menschen, von Natur aus rein, unschuldig, leer, strebt nach einer Erfahrung der Erfüllung und Ganzheit, da dieser Keim in ihr bereits angelegt, jedoch noch nicht vollkommen entfaltet ist. Sie will sich auf jede nur denkbare Weise ganz einbringen und hingeben, dabei alle faulen (unreinen) Kompromisse, die der Alltag mit sich bringen mag, weit von sich weisen. Sich mit ganzem Herzen einbringen heißt, jede Art von Trennung, Spaltung und Zweifel zurückzuweisen und bei Entscheidungen auf sein Herz zu hören. Jeder Mensch hat Zugang zu seiner schöpferischen Mitte und er sollte seiner Intuition in dieser Situation einer evolutionären Aufforderung zur Wandlung voll und ganz vertrauen.

Was erfahren wir von NEPTUN, dem esoterischen Herrscher des Krebs-Zeichens im 10. Haus der Bestimmung?
Neptun verkörpert als höhere Oktave der Venus das Prinzip der Hingabe und grenzenlosen Liebe. Im Zuge der radikalen Umwandlung und Metamorphose tritt das allumfassende Bewusstsein einer allgemeinen Menschenliebe an die Stelle von Eigeninteresse, Habgier und  besitzergreifender Liebe. Neptun wirkt immer reinigend und einigend, löst Grenzen auf, kann uns den Boden unter den Füßen wegziehen und uns in höchstem Maße verunsichern. Er macht uns offen für tiefer liegende Seelenschichten und Inhalte aus einer höheren Welt. Wir spüren Neptun als große Sehnsucht, als allumfassende Liebe und Einheitsempfinden. Er lässt uns die liebevolle Verbundenheit mit allem Lebendigen erfahren – ebenso die Einheit von Individuum und Kollektiv.

Neptun auf 8° Fische :

»Ein Mädchen bläst ein Signalhorn«

Das Symbol am Aszendenten (5° Krebs) zeigt einen Konflikt zwischen Individuum und Kollektiv, der dann entsteht, wenn der Mensch das individuelle Wachstum bis in alle Ewigkeit fortsetzen will und sich gegen jede notwendige Veränderung stellt. Das Symbol auf 8° Fische zeigt die verantwortliche Teilnahme des Individuums an kollektiven Prozessen und zeigt die grundlegende emotionale Beziehung zwischen dem Einzelnen und dem Kollektiv. Das Mädchen steht hier für den intuitiven oder medialen Typ des Menschen, der aufgrund von innerer Reinheit, Empfänglichkeit, Feinfühligkeit und Transparenz das Herannahen einer evolutionären Krise für die Menschheit wahrnimmt. Dane Rudhyar nennt diese Menschen »Seher und Mutanten«, da sie einiges von dem Bewusstseins- und Erfüllungspotenzial des Neuen Menschen entfaltet und auch eine Vision vom nächsten evolutionären Schritt der Menschheit haben.

Es ist das Mädchenhafte in uns, eine ewig junge, doch zugleich emanzipierte Seelenkraft, die uns zur Teilnahme am Dienst für die Menschheit ruft. Vielleicht ist es ein neuer Zweig (Spross) der uralten Menschheitsseele… Wer den Ruf wahrnimmt und sich innerlich berufen weiß, wird in dieser Zeit für seine Gefährten da sein und sich an ihren Erfahrungen beteiligen. Damit bleibt er seiner ursprünglichen Individualität treu, kann sich aber auch gleichzeitig völlig dem Ganzen hingeben, dessen Keim er ja in sich enthält. Die Zukunft ist jetzt, und was morgen ist, enthüllt sich bereits heute.

Das individuelle Streben des Menschen kann als ein Beitrag zur ganzen Menschheit gesehen werden und nicht als sinnloser Kampf einer gegen den anderen um vergängliche Werte. Das Individuum findet Vollendung und Erfüllung, wenn die Ziele der ganzen Menschheit gefördert werden: die Wiedergeburt, das Öffnen für die Seinskräfte des Ewigen und der verantwortliche Umgang mit den schöpferischen Kräften.  

Es geht um nichts Geringeres als um den Aufruf zur Wiedergeburt an die Menschheit. Der am weitesten Fortgeschrittene (auf dem geistigen Weg der Mutation und Transformation) übernimmt die Verantwortung für eine kleine oder größere Menschengruppe, leistet seinen Beitrag, ist Verkünder und Erwecker, kann anleiten und den Weg weisen. Doch Vorsicht vor den negativen Vertretern der Rufer in der Wüste, den Bekehrern und »Wachturm«-Fanatikern, oder den fehlgeleiteten revolutionären Tendenzen, die sich für Gewalt und Krieg entscheiden.


Die Botschaft von Uranus an der Spitze der Yod-Figur

Als letztes werfen wir einen Blick auf die herausragende Stellung von URANUS, der an der Spitze eines blau-grünen Dreiecks steht, die in der Aspektbild-Astrologie als Yod-Figur bekannt ist. Die zwei langen grünen Denkaspekte (Quinkunx 150 °) umrahmen das innere Zentrum (Kreis) und nehmen die Informationen, Signale und Ausstrahlungen des schöpferischen Ganzen auf. Die Energiekonstellation erhält einen großen Zuwachs an Bewusstheit, die sich im Uranus niederschlägt.
Diese Projektionsfigur – auch »Fingerzeig Gottes« genannt, ist für die geistige Entwicklung und die Bewusstseinsschulung von großer Bedeutung. Projektionen können bewusst eingesetzt, erkannt und wieder zurückgeholt werden. Im Neumond-Horoskop geht die Projektion von Uranus im 10. Haus (Bestimmung, Gesetz, höheres Bewusstsein) aus. Die bewusstseinserweiternde, erweckende, geistige Erkenntniskraft erreicht uns über unser inneres Zentrum in Träumen, Visionen und Eingebungen im psychischen Bereich des 4. und 5. Hauses. Hier bildet das blaue Sextil zwischen JUPITER in Jungfrau und dem NEUMOND im Skorpion eine substanzielle Basis und Projektionsfläche für die höheren Eingebungen – den »Fingerzeig Gottes«.

Was schon durch die Mondknotenstellung mit Venus/Mars am Punkt der Tagundnachtgleiche angedeutet wird, findete in der Yod-Figur seine Bestätigung. Der Sinn der evolutionären Krise für die Menschheit liegt in der inneren Umkehr, einer Verlagerung des Bewusstseins von der Verstrickung in Äußerlichkeiten auf den inneren Weg, was eine Transformation und Bewusstseinswandlung notwendig macht. Die Menschen sehnen sich nach Erfüllung und Sinn, die sie, wenn sie eine Bilanz ihres Lebens ziehen, in vergänglichen Dingen und Erfolgen nicht finden werden. Wenn sie entdecken, dass sie am Wesentlichen vorbeigelebt haben, stecken sie schon tief in der Lebens- und Identitätskrise. In dieser Situation benötigen sie die Einsicht und den Willen zur radikalen Veränderung.

Der schöpferische Beitrag, den jeder Mensch leisten kann, besteht darin, seine nach außen projizierten Eigenschaften wieder zurückzunehmen und bereit zu sein, die Verantwortung für die Gestaltung seines Lebens, seines Schicksals und alle bisherigen Misserfolge zu übernehmen. An wen haben wir z.B. unsere Macht, Entscheidungs- und Selbstbestimmungskraft abgegeben und gehofft, dass sie uns durch die anderen zu einem glücklichen Leben und zur Erfüllung führen – an eine Autoritätsfigur wie den Vater oder einen Übervater, an den Staat, die Regierung, die Politiker, an Gott, an das Schicksal oder die Sterne… usw. Auch jetzt wird wieder nach einem gut funktionierendem Programm, einer krisenfesten Lösung und einem starken Bündnis (z.B. Europa) im Außen gerufen. Nun ist es Zeit, sich wieder mit der einzigen höheren Macht zu verbinden, die für jeden Menschen und die Menschheit als Ganzes zuständig ist: dem »höheren Selbst«, dem inneren Zentrum, unserer schöpferischen Mitte.

Dafür müssen wir nichts anderes aufgeben als das kleine Ich mit seinen kleinen Wünschen, Gewohnheiten und beschränkten Vorstellungen vom Leben. Die Situation ist so, dass wir mit dem Rücken zur Wand stehen und vor uns die Dunkelheit oder ein Abgrund liegt. Aus der Dunkelheit springen uns die eigenen Ängste, Verdrängungen und  Unzulänglichkeiten an.

Welche Lösung und welches Vermögen bietet uns URANUS an?


Uranus auf 18° Widder: 
»Eine leere Hängematte ist zwischen zwei Bäumen aufgespannt.«


Hier begegnet uns dasselbe Zweier- und Dreiermuster wie beim Neumond-Symbol, dem Aufziehen der beiden Vorhänge und der Offenbarung des einen geheiligten Weges dahinter. Das DREIECK wird als Lösung für die Konflikte aufgrund eines polaren Bewusstseins erkannt. Im Dreieck gibt es keine Polarität, keinen Konflikt, keine Projektion. Es gibt immer einen dritten objektiven Standpunkt, eine Lösung, eine Synthese, einen neutralen Beobachter. Ein Dreieck als Aspektfigur impliziert ein veränderliches Bewusstsein, eine sich stets wandelnde Mischung aus Bewegung und Ruhe.

Die Hängematte ist ein Symbol, das mit dem Ausgleichen von Spannung und Hochspannung zu tun hat, und dafür die Entspannung oder das Ausspannen anbietet. Sie ist ein Netz, das wie ein gespanntes Seil zwei Seiten verbindet. Sie ist das verbindende dritte Element, das hier als Lösung gezeigt wird, um ein extremes Hin und Herpendeln zwischen den Polaritäten zu vermeiden: Schöpferische Abwechslung von Aktivität und Ruhe. Wer sich in die Hängematte legt, verlässt den Boden der Realität und seine aufrechte Stellung. Er hängt in der Luft und befindet sich in horizontaler Lage in einem Schwebezustand. Doch nicht in einer statischen Ruhe. Er schaukelt leicht hin und her, erfährt ein sanftes rhythmisches Schwingen.

Dieses Symbol deute ich als Einladung zum entspannten Umgang mit den Gedanken, dem leichten Kommen- und Gehenlassen, dem entspannten Beobachten. So wird ein zwanghaftes Festhalten an dem einen oder anderen Extrem vermieden und ebenso ein Fixieren und Festlegen. Sie kann auch als eine Einladung zum rhythmischen Leben verstanden werden.

Die notwendige Mutation – Völkerwanderungen – das Band zerreißt

Der Tierkreisgrad von 17,5°/ 18° Widder ist nach Döbereiner der GSP von Mars-Uranus: die notwendige Mutation mit der Aufforderung, sein Leben radikal zu verändern, sich aus fremdbestimmten Beziehungen und Abhängigkeiten zu lösen. Es geht darum, sein Aggressionspotenzial (Mars) nicht abzugeben, zu verneinen oder zu verdrängen, sondern es für die eigene Bestimmung und die eigene Mutation (Uranus) einzusetzen. Die notwendige Mutation ist wie ein Abschütteln von etwas, das nicht zu einem gehört. Wer sich nicht traut, aus Angst oder Gewohnheit das Angebot zur Mutation ignoriert und weiterhin die Fremdbestimmung sucht, muss mit gravierenden Korrekturen rechnen (siehe AS 5° Krebs).

Joh. Hilble schreibt zum 18. Grad im Widder: »Das Band zerreißt«. An diesem Punkt findet eine Prüfung durch das Leben statt, inwieweit die äußere Lebensart und Lebensregelung mit der persönlichen Eigenart des Menschen in Übereinstimmung ist. Das einzige Gesetz, das für den Menschen zuständig ist, ist sein eigenes Gesetz. In solchen existenziellen Krisenzeiten müssen alle ungesunden, zwanghaften Abhängigkeiten um den Willen einer Scheinharmonie losgelassen werden. Das Band der Abhängigkeit zerreißt, falsche Zugehörigkeiten und Scheinharmonien lösen sich auf. Die Menschen haben sich für einen Aufbruch vorzubereiten.
Mars-Uranus heißt auch »Lasst uns ausschwärmen und auswandern!« Ganze Völker sind unterwegs, da sie die innere Notwendigkeit zur Mutation spüren und sich von der Kraft ihrer eigenen Bestimmung leiten lassen.
Das verdient unseren Respekt. Auch wir haben Teil an dieser Zeitschwingung und dem evolutionären Ruf zur Veränderung unserer Lebens- und Sozialstruktur (siehe den vorherigen Blogeintrag zum Migrantenstrom).

Hier ende ich und lege mich in die Hängematte.

Eure Sundra



[1] Plutarch: Über Isis und Osiris

[2] Hilble, Johann: Faszination Geburtszeitkorrektur, Books on Demand ISBN 3831104042
2 Dane Rhudhyar: Astrologischer Tierkreis und Bewusstsein, Hugendubel Verlag, München 1984

Alle Bilder: Copyright Sundra Kanigowski
Quelle Horoskopzeichnung: www.astro.com


Donnerstag, 2. Juli 2015

Vollmond am 2.7.2015



Der volle Mond bringt nun an den Tag und ins Bewusstsein, was vorher nur gefühlt und geahnt worden ist. Ob es sich bei uns um eine Erleuchtung, Erfüllung und Erkenntnis handelt oder wir den Vollmond als einen Aufruf zur Trennung und Lösung oder als innere Zerrissenheit erfahren, hängt davon ab, auf welchen Boden der Neumond-Same (von 26° Zwillinge) bei uns gefallen ist und wie wir ihn in den letzten 14 Tagen genährt haben.

Die Schwierigkeiten, die sich den beim letzten Neumond (16.6.) begonnenen Vorhaben, Angelegenheiten und Plänen entgegen stellen, wollen aus dem Weg geräumt und überwunden werden. Die Tage vor Vollmond sind immer eine Zeit des Kampfes und persönlichen Einsatzes, bis wir am Tag des vollen Mondes unser Ziel / unseren Weg / unsere Situation klar erkennen. Mit der Zunahme des Lichts wächst auch die Erkenntnis – dem, der sich dafür öffnet und ein geeignetes Gefäß zur Verfügung stellt.

Mit der Vollmondstellung auf der Krebs-Steinbock-Achse geht es um Eltern-Kind-Konflikte, um den Zwiespalt zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit, Familie und Beruf. Der Eltern-Kind-Konflikt der frühen Kindheit setzt sich später fort in Problemen mit Autoritätspersonen, zeigt sich in der Beziehung zwischen den Partnern, zwischen einem Angestellten und seinem Chef sowie auch in der Beziehung zwischen Volk (Krebs, Mond) und Regierung (Steinbock, Saturn). Auf der persönlichen Ebene handelt es sich um einen Konflikt zwischen unserem Gefühl und dem Grenzen setzenden Prinzip des Gewissens, einer Art Übervater, Über-Ich oder schicksalhafter Komponente aufgrund unseres früheren Handelns. Beide Pole haben mit Verantwortung zu tun, gegenüber der Familie und gegenüber der Gemeinschaft.

Mit Sonne/Mars im 1. Haus Krebs in Opposition zu Mond/Pluto im 7. Haus Steinbock geht es um das Recht des Einzelnen auf Individualität und Selbstausdruck, um das er schwer zu kämpfen hat, denn der Einzelne will sich hier aus der Umklammerung der Familie oder des Mütterlichen dringend „abnabeln“, seine Eigenart durchsetzen und sein eigenes Leben leben. Der Steinbock-Mond wirkt in der frühen Prägung mit dem „Du darfst nicht“ oder „Wenn du das tust, dann...“ musst du mit Liebesentzug, Strafe oder einer Kündigung / Trennung rechnen. Es muss hier also eine bewusste Entscheidung getroffen werden, die vom Einzelnen Selbstverantwortung für das eigene Leben und seine Handlungen erfordert. Der Konflikt spielt sich ab zwischen dem inneren Kind und dem selbstverantwortlichen Menschen, der auch in der Öffentlichkeit „seinen Mann“ und „seine Frau“ steht und dort bereit ist, eine verantwortliche Position einzunehmen.

Die Entscheidung, die getroffen werden muss, wenn der Einzelne wachsen und erwachsen werden will, ist extrem angstbesetzt (Mond Konjunktion Pluto). Denn der Partner oder das festhaltende, kontrollierende und beherrschende Elternprinzip (Autorität), gegenüber dem er sich durchsetzen will, macht enormen Druck und wendet Macht an, entweder öffentlich oder sehr subtil. Trotz all dieser herrschenden autoritären Machenschaften, emotionalen Unterdrückungen und Besatzerallüren, die den Einzelnen beherrschen, vereinnahmen und unter Kontrolle halten wollen, und trotz der furchtbaren Angst vor dem Schritt ins Unbekannte, muss hier eine Entscheidung getroffen werden, um sich von der besetzenden Kraft zu befreien. Hier gilt es, sich auf die eigene Mitte zu besinnen, sich auf die Macht und Kraft des eigenen Schicksals und Lebens zu verlassen, die niemanden im Stich lässt, der mutig seinen eigenen Weg geht.

Die Sabischen Symbole der beteiligten Planeten sprechen für sich:
Sonne auf 10° Krebs:
Ein großer Diamant in den ersten Stadien des Schleifprozesses.

In diesem Krebs-Stadium der Evolution des Bewusstseins und der Persönlichkeit befindet sich der Einzelne oder die Menschheit in einem Anfangsstadium. Bei O° Krebs, dem Krisen- und Wendepunkt der Sommersonnenwende, hat er eine Entscheidung getroffen und einen radikalen Wechsel der Zugehörigkeit vorgenommen. Er ist beglückt von der Erfahrung, als ein Wesen handeln zu können, das in der Lage ist, freie Entscheidungen treffen zu können, sich selbst sein Ziel und seine Zugehörigkeit im Leben auswählen zu können – mit allen karmischen Konsequenzen.

Auf 10° Krebs geht es um die mühsame Ausbildung und Arbeit des Bewusstseins – auch Selbstverwirklichung genannt. Das Potenzial eines vollendet gebildeten Geistes offenbart sich, wird bewusst, und drängt nach Verwirklichung. Für den „rohen unbehauenen Stein“ steht eine schmerzhafte Operation an, das Schleifen zu einem kristallklaren festen Diamanten. Der Schliff ist an dieser Stelle der Bewusstseinsentfaltung keinesfalls beendet, er beginnt gerade. Das DENKEN  muss erst Festigkeit erlangen, damit es von höheren Kräften bearbeitet werden kann.
Diese kardinale Konstellation ruft auch nach Lehrern und Ausbildern für diesen Bewusstseinsprozess der Menschheit!! Diese Lehrer und Anleiter wissen, um welchen Prozess es sich handelt, welche Arbeit anliegt und an welcher Stelle angesetzt werden muss. Sie wissen um das Leiden und die Schmerzen dieser Operation (des Grossen Werkes), durch den die Menschheit gerade geht und durch die auch der Einzelne in seinem Selbstwerdungsprozess geht … die Hitze… das geräuschvolle Schleifen. Nur wer selbst durch diesen Prozess gegangen ist, kann andere inspirieren, sich diesem Prozess mutig hinzugeben. Während unseres Strebens und Mühens um Vollkommenheit entwickeln wir selbst die Kunstfertigkeit des Schleifens und können diese dann weitergeben an andere. 

Bild rechts:

Doppelvajra mit tibetischem Buchstaben AH
in der Mitte (Zeichnung Sundra)

Der Vajra (Diamant) im tibetischen Buddhismus


Es lohnt sich also, das Schwert der Selbsterkenntnis wieder in die Hand zu nehmen und neu zu schmieden.

Auf dem Weg der geistig-spirituellen Verwirklichung ist der Diamant (Vajra) der Inbegriff höchster geistiger Macht, einer Macht, der nichts widerstehen kann und die selbst unangreifbar und unüberwindlich ist wie der Diamant, der härteste aller Substanzen. Der Diamant kann alle anderen Materialien zerschneiden, ohne selbst von irgendetwas zerschnitten zu werden. Er ist imstande, alle Farben hervorzubringen und von seiner eigenen Natur her farblos zu bleiben (Zustand der Leere oder Abwesenheit aller Bestimmungen). Die Eigenschaften der Kostbarkeit, des höchsten Wertes, der Unvergänglichkeit, Reinheit, Strahlkraft und Klarheit trugen dazu bei, dass im Buddhismus der Vajra (früher einfach nur „Donnerkeil“ genannt) als Diamant und Symbol des Erleuchtungsbewusstseins aufgefasst wurde.

Im Höchsten Yoga Tantra verkörpert der Diamant das diamantene feste Bewusstsein, die untrennbare Einheit von Methode (Glückseligkeit) und Weisheit (Erkenntnis der Leerheit) auf dem Weg zur Vollkommenheit. Ein Vjradhara ist ein „Diamantträger“ oder „Diamanthalter“ , jemand, der einen Vajra in seinem Geistesstrom trägt, ein Mensch, der die Buddhaschaft verwirklicht hat, die Stufe des vollkommenen Lichts… ein Vollendeter, ein Vajrasattva („Diamantgeist“), ein transzendenter Buddha. Dieser Weg steht allen Menschen offen.

Dieser Vollmond mit dem Symbolgehalt des Diamanten setzt ein Zeichen der  Hoffnung für unsere apokalyptische Zeit! Die Menschen sind jetzt bereit und aufgerufen, bewusst ihren unzerstörbaren zeitlosen Diamantkörper (subtle body, Hauchkörper, Ewigkeitsleib, Lichtkörper) aufzubauen – aus ihrem vegetativen Nervensystem heraus - und das trotz aller Ängste!

 Das Sabische Symbol für den Mond im Steinbock:
Mond 10° Steinbock: "Ein Albatros frisst aus der Hand eines Seemanns"

Dabei geht es um die Überwindung der Angst und ihr Lohn. Hier wird ein Mensch gezeigt, der völlige Gewaltlosigkeit und Mitgefühl ausstrahlt und mit den wildesten Tieren, Trieben und Menschen (!) eine Partnerschaft aufbauen kann, die auf gegenseitigem Respekt und Vertrauen basiert.


Diese Kraft der  gewaltfreien Kommunikation und Auseinandersetzung spiegelt sich auch in der Venus-Jupiter-Konjunktion im Löwen, die zeitgleich und sicher auch synchronistisch mit dieser Vollmond-Aufgabe verbunden ist. Hier mag es um die Kunst gehen, Entscheidungen mit dem Herzen zu treffen, und zwar auf der Grundlage von Großzügigkeit und Mitgefühl. Die Konjunktion fand gestern um 9:52 h auf 22° im Zeichen Löwe statt und ist eingebunden in ein großes stabiles Viereck (ein Trapez), an dem noch Merkur, Chiron und Saturn beteiligt sind. Es erscheint wie ein Turm oder stabiler Sockel und verspricht demjenigen ein sicheres, solides Fundament, der sich auf den Prozess der Selbstverwirklichung eingelassen hat. Da es die innere Wesensmitte umfasst, geht es bei dieser Figur darum, sich selbst und seinen Werten treu zu bleiben und nichts gegen seine innere Überzeugung zu tun. Das erfordert eine enorme innere Sicherheit und ein Vertrauen in die göttliche Ordnung.

In diesem Viereck steckt die große heilsame Erbauerkraft von 5 Planeten: Merkur, Venus, Jupiter, Saturn und Chiron. Im harmonischen Wechselspiel von Aktivität (rot) und Passivität (blau) und mit der Kraft der Gedanken/Sprache (grün) ist alles möglich und jedes Problem zu lösen. Durch Planung und konzentriertes Arbeiten und durch den Entwurf von harmonischen Formen und Strukturen wird sowohl das Grundbedürfnis nach kreativer Gestaltung des eigenen Lebens erfüllt als auch das Bedürfnis nach einer dominanten Position in der Gesellschaft. Denn ein Mensch, der diese Qualitäten in sich vereint und zu handhaben weiß, ist eine voluminöse Persönlichkeit mit einem ausgesprochen großen Herzen, die einer Gruppe von Menschen als Vorbild dienen kann. Sie kann ihre ganze Begeisterung und Aufmerksamkeit in den gegenwärtigen Moment oder in ein Gespräch legen, sie arbeitet fleißig, ist verlässlich und authentisch. 

Bei aller Härte und Festigkeit (Steinbock, Diamant, Sicherheit) gibt es im Vollmond-Horoskop auch den weichen Kern (Krebs, Venus-Jupiter, Mitgefühl, Verständis, Toleranz).

Die Sabischen Symbole von Mars und Pluto zeigen, dass unsere Handlungen und Entscheidungen jetzt die Weichen setzen für das Wohl des Gemeinwesens und zukünftiger Generationen.

Symbol Pluto 15° Steinbock: „Die Kinderstation eines Krankenhauses ist voll Spielzeug.“
Hier geht es um die Verantwortlichkeit der Gesellschaft für das Wohl und die umfassende Gesundheit einer neuen Generation.[1]

Symbol Mars 6° Krebs: „Jagdvögel polstern ihr Nest aus.“
Im Hinblick auf die Konstellation des Neuanfangs bei 1° Krebs ist auch diese Handlung eindeutig auf die Zukunft ausgerichtet (wie bei 10° Krebs der Diamant). Die geistigen Kräfte (Vögel) richten sich aus auf eine neue Welle von Leben, treffen Vorbereitungen für den Aufbau einer neuen Kultur, planen den „Nestbau“ für kommende Generationen. Negativ kann hier ein zu großes Bedürfnis nach Absicherung in der Zukunft gesehen werden, vielleicht gibt  es zu viele oder übertriebene Sorgen um die Absicherung der zukünftigen Generation (Renten etc.). Positiv ist die instinktive Bereitschaft und Vorbereitung geistig bewusster Menschen zum reifen und vollen Ausdruck des Selbst, in dem auch die vielen anderen „Selbste“ Platz haben und integriert sind. Das Nest ist ein Symbol der Ganzheit und des Selbst.

Jeder Neuanfang, jede Handlung und jede Entscheidung, die wir im Licht dieser Vollmondenergie treffen, sollte unter dem Aspekt der Freiheit, der Verbrüderung und dem Wohl der Menschheit in der Zukunft gesehen werden (MC Wassermann für die geografischen Daten von Berlin).
(Für München rutscht der MC auf 25° Wassermann und die Plutoenergie wirkt noch fixierter, da sie schon ins 8. Haus hinein wirkt.